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Nächster Infoabend 20.12.2016
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Informationsfilm über Kurzzeitpflegekinder


Über Kurzzeitpflegekinder

Die befristete Vollzeitpflege richtet sich an Kinder und Jugendliche, die für einen begrenzten Zeitraum, meist zwischen 3 und 6 Monaten, nicht in ihrer Familie leben können.

Die Gründe dafür können ganz unterschiedlicher Natur sein. Fast immer sind es jedoch akute familiäre Belastungs- und Krisensituationen. Die Pflegefamilie hat dabei die Aufgabe, ihrem Pflegekind innerhalb des befristeten Unterbringungszeitraums einen geschützten Rahmen zu bieten und ihm in dieser schwierigen Situation Halt zu geben.

Während der Unterbringung in der Pflegefamilie versucht die Herkunftsfamilie des Kindes, ihre Krisensituation zu bewältigen, bessere familiäre Rahmenbedingungen zu schaffen und ihre Lebenssituation zu stabilisieren, so dass ihr Kind so schnell wie möglich wieder zurückkehren kann. Jedoch ist dies nicht immer möglich und manche Kinder benötigen eine Pflegefamilie oder andere Maßnahmen der Kinder- und Jugendhilfe, in der sie dauerhaft leben und sich behütet entwickeln können.

 

Was sind die Besonderheiten der befristeten Vollzeitpflege ?

Im Vergleich zur unbefristeten Vollzeitpflege bedeutet die befristete Vollzeitpflege die Aufnahme wechselnder Kinder aus ganz unterschiedlichen familiären Notsituationen.

Dabei kann es vorkommen, dass die Kinder nur für wenige Tage oder auch Wochen bleiben. Für die Pflegefamilien ist das eine größere Herausforderung, da sie sich in kürzerer Zeit auf die Kinder einlassen müssen. Die Pflegeeltern erhalten Informationen zum Hintergrund der Unterbringung und über das Kind und können dann entscheiden, ob sie es in ihre Familie aufnehmen möchten.

Aufgrund der kurzzeitigen Unterbringung ist die befristete Vollzeitpflege äußerst flexibel. Die Pflege kann der eigenen Familiensituation angepasst werden und wenn erforderlich, kann in einem Pausenzeitraum auf die Aufnahme eines Kindes verzichtet werden. Da Kurzzeitpflegekinder meist aus akuten Krisensituationen kommen, ist ein strukturierter Alltag in der Pflegefamilie sehr hilfreich und unterstützend für sie. Häufig können binnen kurzer Zeit spürbare Verbesserungen in der Entwicklung der Kinder beobachtet werden.

 

Wichtige Informationen

Die befristete Vollzeitpflege stellt ganz besondere Anforderungen an Pflegeeltern und deren familiäres Umfeld. Kurzzeitpflege ist eine sehr schöne und erfüllende Aufgabe, aber nicht jede Pflegefamilie ist für diese besondere Form geeignet.

Neben den allgemeinen Grundvoraussetzungen für Pflegeeltern benötigen Kurzzeitpflegeeltern unter anderem ein besonders hohes Maß an sozialem Engagement, zeitlicher Flexibilität, Kooperationsbereitschaft dem Jugendamt und der Herkunftsfamilie gegenüber, Belastbarkeit und Spaß an neuen Herausforderungen.

Kurzzeitpflegekinder müssen manchmal innerhalb kürzester Zeit in einer Pflegefamilie untergebracht werden und verbleiben dort so lange bis die Perspektive des Kindes geklärt ist. In der Zeit der Unterbringung haben die Pflegeeltern viele Termine (im Jugendamt, i.d.R. auch viele Besuchskontakte, Arzttermine, …).

In einer Pflegefamilie, die bereit ist, befristet Kinder bei sich aufzunehmen, gibt es häufige Wechsel – Kurzzeitpflegekinder kommen und gehen wieder. Daher gehören Themen wie Abschied und Trennung zum Alltag der Pflegefamilie.

» Anmeldung zu Infoabend und Vorbereitungsseminar

 

Finanzielle Leistungen für die Kurzzeitpflege

Unabhängig von der Höhe ihres Einkommens erhalten Pflegeeltern in Berlin vom Jugendamt monatlich:

  • eine Pauschale für den Lebensunterhalt des Kindes,
  • eine Abgeltung der Erziehungsleistung sowie
  • einen pauschalen Festbetrag für weitere Leistungen.

Die Pauschale für den Lebensunterhalt des Kindes ist für Aufwendungen, die das Pflegekind direkt betreffen, also für Nahrungsmittel, Kleidung, Miete, Schulmaterialien, Spielzeug, Taschengeld usw. Sie ist abhängig vom Alter des Kindes.

Die Abgeltung der Erziehungsleistung erhalten die Pflegeeltern für ihre pädagogischen Bemühungen. Der Betrag ist bei befristeter Vollzeitpflege aufgrund des größeren Aufwands höher als bei der unbefristeten Vollzeitpflege.

Zusätzlich erhalten Pflegeeltern eine monatliche Pauschale, die Leistungen für sonstige persönliche Ausstattungen und Schulfahrten sowie den Reisekostenzuschuss und die Weihnachtsbeihilfe abdeckt.

 

Fortbildung, Beratung und Begleitung – Unterstützung durch Träger und Jugendamt

Die Pflegeelternschulung ist eine gute Vorbereitung auf die Herausforderungen der Kurzzeitpflege. Pflegeeltern werden u.a. in Selbstreflexion, dem Umgang mit dem Kind in schwierigen Situationen oder der Zusammenarbeit mit Trägern, Herkunftseltern und Jugendamt geschult. Einige Teile der Schulungsinhalte sind denen der unbefristeten Vollzeitpflege angeglichen. Es gibt aber auch verschiedene Inhalte, die zielgerichtet auf die befristete Vollzeitpflege zugeschnitten sind.

Die Aufgabe der Träger ist es, die Pflegeeltern in der täglichen Arbeit zu unterstützen und auch bei auftretenden Problemen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Sie organisieren Gesprächsrunden für Kurzzeitpflegeeltern und fördern damit die Vernetzung und den Erfahrungsaustausch. Die Zuständigkeit liegt generell beim Jugendamt des Wohnortes der Herkunftsfamilie des Kindes. Dort wird über die Dauer der Unterbringung in der befristeten Vollzeitpflege sowie Besuchs- und Hilfepläne für die Herkunftsfamilie entschieden.

Das erklärte Ziel ist immer die Rückführung des Kindes in die eigene Familie. Entsprechend viele Besuchstermine sieht das Jugendamt für die Herkunftsfamilie vor. Abhängig von der individuellen Situation werden ca. 1 bis 2 Besuche pro Woche angestrebt. Diese sind anfangs an neutralen Plätzen angesetzt, können später aber auch zu Hause stattfinden. Besuchskontakte werden professionell begleitet.



Kurzzeitpflegeeltern berichten

Wir, Gerhard, Bettina und unsere sechs leiblichen Kinder, sind eine etwas verrückte Familie.

Wir machen Kurzzeitpflege, d.h., wir nehmen Kinder auf, die in Notsituationen vom Jugendamt schnellstmöglich in familiäre Betreuung gegeben werden müssen. Manchmal haben wir nur ein paar Stunden Zeit, bis das Kind bei uns ist. Das setzt eine gewisse Flexibilität voraus.

Bis zur Klärung der Notlage sind wir ein „Schlupfwinkel“ für verängstigte und vernachlässigte Kinder. Manchmal bleiben die Kinder nur vier Wochen, aber es waren auch schon mal zwölf Monate. Die Trennung von den Kindern ist natürlich immer schwer, aber einem Kind von der Schattenseite auf die Sonnenseite zu verhelfen, ist eine wunderschöne, erfüllende Aufgabe.

Vor 20 Jahren zaghaft begonnen, ist uns diese Arbeit immer lieber geworden – nicht zuletzt, weil die immer neuen Herausforderungen unseren Alltag richtig spannend machen.

Durch eine Pflegeelterngruppe von Familien für Kinder bekommen wir menschlich und fachlich eine gute Begleitung. Uns als Pflegefamilie wird im Allgemeinen großer Respekt entgegengebracht, was uns diese Aufgabe wesentlich erleichtert.


Vorbereitungen, um ein Kurzzeitpflegekind aufzunehmen

Die Zeitspanne vom ersten Informationsabend bis zur Aufnahme eines Pflegekindes beträgt ca. neun Monate. Auf die Aufgabe als Pflegeeltern werden Sie durch die Pflegeelternschulung vorbereitet. Bevor Sie in die persönlichen Gespräche mit Ihrem zuständigen Pflegekinderdienst einsteigen, können Sie ein Vorbereitungsprogramm besuchen.

Infoabend
An diesem Abend erhalten Sie einen ersten Überblick zum Thema Pflegekinder, dazu gehören u.a. Praxisberichte von Pflegeeltern und Informationen über den Bewerbungs- und Vermittlungsweg. Und natürlich stehen wir auch für Ihre Fragen zur Verfügung.

Vorbereitungsseminar
Dieses Seminar bietet eine Grundlage für Ihre Entscheidung zur Aufnahme eines Pflegekindes. Sie erhalten Informationen zu Themen aus dem Pflegefamilien-Alltag und können sich gemeinsam mit anderen Teilnehmern intensiv mit Ihrer zukünftigen Aufgabe auseinandersetzen.

» Anmeldung zu Infoabend und Vorbereitungsseminar

» Flyer Kurzzeit-Pflegekinder