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Nächster Infoabend 06.03.2018
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09.01.2018
Broschüre "Nach der Jugendhilfe auf eigenen Beinen stehen! Tipps und Tricks für Deinen Start ins selbstständige Leben"

Careleaver-Broschüre-Banner

Zum Abschluss des Projektes Careleaver Kompetenznetz ist jetzt eine Broschüre für Jugendliche, die vor der Verselbstständigung stehen, erschienen. In der Broschüre finden die Jugendlichen neben den Texten und Bildern von Careleavern und Careleaverinnen auch Texte von erfahrenen pädagogischen Fachkräften, die hilfreich sein könnten. Außerdem finden sie: Webadressen, Rezepte, Interviews und vieles mehr. Die Autoren und Autorinnen hoffen, dass die Broschüre den Start „ins eigene Leben“ erleichtert.

Bestellt werden kann die Broschüre unter info@familien-fuer-kinder.de

Die Broschüre ist kostenlos, jedoch müssen die Versandkosten gezahlt werden.


29.11.2017
Fachzeitschrift Pflegekinder Heft 2/2017 ist neu erschienen

Titelblatt der Fachzeitschrift "Pflegekinder" 2/2017Themen zur Vollzeitpflege

  • Lob für den Film „Goldkinder“ von und mit Berliner Pflegekindern
  • Berliner Pflegekinder landeten auf dem Tempelhofer Feld
  • Fortbildungen zur Vollzeitpflege 2018
  • Voraussetzungen für eine Rückführungsentscheidung des Familiengerichts
  • „Wenn einer unsere Hilfe braucht, dann ist es genau so ein Kind.“
  • Pflegefamilien in der Öffentlichkeit:Einseitige Berichterstattung über afghanische Geflüchtete?
  • Fachtag Vormundschaften durch Ehrenamtliche
  • Die Situation von behinderten Pflegekindern muss sich verbessern!
  • Insgesamt mehr als 23.000 Verfahren zur Kindeswohlgefährdung in Berlin und Brandenburg
  • Fachtagung Bereitschaftspflege
  • Kinder- und Jugendlichen-Rehabilitation für Pflegekinder
  • Das Projekt „Careleaver Kompetenznetz“ geht zu Ende: Was kommt noch? Was bleibt?
  • Das Ende des Pflegeverhältnisses naht – Wie sage ich es dem Kind?
  • Mein Übergang aus der Jugendhilfe in die so genannte Verselbstständigung – Interview mit Ludwig
  • Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Fortschreibung der Pauschalbeträge in der Vollzeitpflege
  • Das Adoptionswesen braucht eine Modernisierung
  • Literaturhinweis: Normalitätskonstruktionen in Biografien ehemaliger Pflegekinder
  • Medien, Nikotin, Alkohol? Mehr Sicherheit im Erziehungsalltag!
  • Aus dem Fortbildungszentrum: Die Dozentinnen und Dozenten stellen sich vor
  • Arbeitshilfe für Patenschaften mit geflüchteten Menschen
  • Download: Fachzeitschrift Pflegekinder 2/2017 als PDF-Dokument

22.11.2017
Tagung „Gastfamilien, Paten- und Vormundschaften für junge Geflüchtete“ am 8.12.2017 in Berlin

In der Abschlusstagung werden Ergebnisse und Erkenntnisse des Modellprojekts „Gastfamilien, Paten- und Vormundschaften“ aus Sicht der beiden Projektträger (Diakonie Deutschland und Kompetenzzentrum Pflegekinder e.V.) sowie der beteiligten Jugendhilfeträger vorgestellt.

In sechs Foren wird zu einzelnen thematischen Projektschwerpunkten aus der Praxis berichtet. Prof. Dr. Klaus Wolf (Universität Siegen) wird die wissenschaftliche Evaluation vorstellen und daraus resultierende Impulse für die Jugendhilfe präsentieren. Eine Gesprächsrunde mit Teilnehmenden aus der Praxis öffentlicher und freier Träger reflektiert die Erkenntnisse und gibt weitere Anregungen. Abschließend werden fachliche Empfehlungen zur Weiterentwicklung zusammengefasst.

Die Tagung wendet sich gleichermaßen an Praktiker/-innen und interessiertes Fachpublikum.

Freitag, 08.12.2017, 10:00 bis 16:00 Uhr
Diakonie Deutschland, Caroline-Michaelis-Str. 1, 10115 Berlin

Anmeldung bis zum 1.12.2017 unter: www.familien-fuer-junge-fluechtlinge.de


20.11.2017
Jugendämter leiten immer häufiger Heimerziehung ein

Für 53 300 Kinder oder Jugendliche in Deutschland haben die Jugendämter im Jahr 2016 eine Erziehung in einem Heim oder in einer anderen betreuten Wohnform eingeleitet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum heutigen Internationalen Tag der Kinderrechte mitteilt, waren das 20 % mehr neue Heimerziehungen als im Vorjahr. Im Vergleich zu 2014 betrug der Zuwachs sogar 50 %. 

Besonders stark war der Anstieg in der Altersgruppe der männlichen 16- und 17-Jährigen: Hier hat sich die Zahl der begonnenen Heimerziehungen von 7 000 im Jahr 2014 über 14 400 im Jahr 2015 auf 21 600 mehr als verdreifacht. Damit stellten diese Altersjahrgänge mehr als die Hälfte (57 %) aller begonnenen Hilfen für Jungen und junge Männer. Ein Grund für das Plus dürfte die hohe Zahl der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge der letzten Jahre sein.

Kinder, die zu ihrem eigenen Schutz oder aufgrund widriger Umstände nicht mehr in der Familie versorgt werden können, haben nach Artikel 20 der UN-Kinderrechtskonvention einen Anspruch auf staatlichen Schutz und Beistand. Dazu zählt auch die Sicherstellung ihrer Betreuung in Heimen oder anderen Wohnformen. Nach Artikel 22 der Konvention gilt dies gleichermaßen für Flüchtlingskinder, die von der Familie getrennt leben.

Weitere Ergebnisse zur Inanspruchnahme von Heimerziehungen oder anderen Hilfen zur Erziehung und damit auch zur Umsetzung diverser UN-Kinderrechte in Deutschland stehen auf der Internetseite des statistischen Bundesamtes im Bereich Publikationen zur Verfügung:

>>> www.destatis.de

Quelle: Pressemitteilung des statistischen Bundesamtes Nr. 420 vom 20.11.2017


17.11.2017
Fortbildungsprogramm für Pflegeeltern und Adoptiveltern 2018

Bild zum Fortbildungsprogramm 2018 für Pflegeeltern und Adoptiveltern

Wir freuen uns, Ihnen unser umfangreiches Fortbildungsangebot für das Jahr 2018 präsentieren zu können! Es soll Ihren Familienalltag bereichern und unterstützen. Die Angebote richten sich an Pflegeeltern und Adoptiveltern. Mitunter können auch Fachkräfte teilnehmen – bitte sprechen Sie uns an.

Die besonderen Seminare für verwandte Pflegeeltern haben sich auch 2017 bewährt. Deshalb werden in diesem Jahr wiederum zwei Seminare speziell für die Verwandtenpflege angeboten. Sie finden diese Veranstaltungen unter den Titeln: „Oma, Opa, Onkel, Tante ...“ und „Ich/Wir wollte/n helfen – und nun?“ Die Fortbildungen werden verwandten Pflegeeltern für die Grundqualifizierung angerechnet.

Für Pflegeeltern mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten bieten wir im September 2018 zwei Fortbildungen an.

Relativ neu im Programm ist zudem die Veranstaltung „Digitale Medien“. Wir empfehlen diese gern allen Pflege- und Adoptiveltern, die nicht genau wissen, was sie ihren Kindern/Jugendlichen erlauben können/sollen oder wann sie wachsam sein müssen.

Unsere Veranstaltungen sollen dabei unterstützen, auf die besonderen Bedürfnisse von Pflege- bzw. Adoptivkindern in geeigneter Weise eingehen zu können und Herausforderungen gut zu bewältigen.

Erfahrene, qualifizierte Fortbildner/-innen führen die Seminare teilnehmer- und praxisorientiert durch. Wir arbeiten mit Hilfe vielfältiger Methoden, sodass erworbenes Wissen gut behalten und in den Alltag integriert werden kann und unsere Teilnehmer/-innen (hoffentlich) mit Freude dazulernen.

Für Pflegeeltern aus den Bezirken Tempelhof-Schöneberg und Steglitz-Zehlendorf, wird die Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen für die Grundqualifizierung für Pflegeeltern anerkannt. Hierfür sind die Veranstaltungen den Bereichen Basis-Thema bzw. Wahlpflicht zugeordnet. Sie finden unter Anmerkungen die Stundenzahl, die jeweils für die Grundqualifizierung angerechnet wird.

Pflegeeltern aus Marzahn-Hellersdorf bekommen grundsätzlich jährlich drei Veranstaltungen über ihr Jugendamt finanziert.

Wenn Sie Interesse an einem Aufbaukurs für die Krisenunterbringung haben, können Sie sich gern melden. Der Kurs kann stattfinden, wenn sich genügend Teilnehmer/-innen melden.

Falls Sie Interesse an diesem Kurs haben, senden Sie uns bitte eine Mail an
fortbildungszentrum@familien-fuer-kinder.de

Die meisten Kurse können für eine feste Teilnehmergruppe auch außerhalb des Programmes gebucht werden. Senden Sie dazu bitte eine Mail an matthes@familien-fuer-kinder.de, damit wir Ihnen ein Angebot zusenden können.

Wir heißen alle Pflege- und Adoptiveltern in unseren Seminaren herzlich willkommen!

Ihr Team von Familien für Kinder

>>> Zu den Fortbildungen 2018 für Pflegeeltern und Adoptiveltern mit Online-Anmeldung


13.10.2017
Berliner Pflegekinder landeten auf dem Tempelhofer Feld

1.250 Besucher beim 17. Berliner Pflegefamilientag am 17.09.2017

Auch in diesem Jahr fand der Pflegefamilientag bei bestem sonnigen Septemberwetter statt. Damit man die Weite des Tempelhofer Feldes richtig genießen konnte, schob Petrus von Zeit zu Zeit ein paar schöne riesige weiße Wolken vor den blauen Septemberhimmel.

Peter Heinßen, Geschäftsführer der Familien für Kinder gGmbH, begrüßte gemeinsam mit Rainer Schwarz, dem Jugendamtsleiter von Tempelhof-Schöneberg, die Pflegefamilien. Der Bezirksstadtrat Oliver Schworck war leider erkrankt und lies seine besten Wünsche für diesen Tag von Herrn Schwarz überbringen und dankte den Pflegeeltern: „Wir alle wissen: ‚Ohne eine heitere und vollwertige Kindheit verkümmert das ganze spätere Leben.‘ Sie sind es, die für viele Kinder und Jugendliche dies ermöglichen. Sie geben ihnen, sichere Geborgenheit, Zuwendung und Förderung - ein Zuhause auf Zeit. Nur mit Ihrer Hilfe können die Berliner Jugendämter Sorge dafür tragen, dass für alle Kinder die besten Bedingungen für das Aufwachsen in unserer Stadt gewährleistet sind. Sie stellen sich den Herausforderungen, die Ihre Pflegekinder mit­bringen, Sie spielen mit ihnen, teilen ihre Sorgen und Nöte, Sie geben ihnen Kraft und Zuversicht auf den Weg. Und Sie lachen und freuen sich mit ihnen.“ Und zum Lachen und Freuen sollte es bei diesem Pflege­familientag genug Anlass geben. Eröffnet wurde der Tag dann offiziell von einem Pflegekind, das sich schon darauf freute, dass es gleich richtig losgeht.

 

Drei Hüpfburgen sorgten für gute Laune und viel Bewegung. Den ganzen Tag über wurde hier gehüpft und gesprungen. Die Kinder waren so mit sich be­schäftigt, dass einige Pflege­eltern sich entspannt ins Gras legen konnten. Eine große Faszi­nation übte auch die Kletter­wand aus und viele Pflegekinder wagten sich hoch hinauf.

Ein Großdrachen stieg kurz in die Lüfte auf. Da der Wind aber nur schwach blies, war es nur ein kurzes Ver­gnügen. Einige Kinder hatten eigene Drachen mitgebracht und liefen über das Feld, um ihren Drachen stei­gen zu lassen und in der Luft zu halten. Das war aber nicht so einfach. Wenn der Wind schon nicht mit­spielt, dachte sich ein Mädchen, dann gibt es doch Alternativen: Luftballons wurden am Drachen befestigt und schon hing er in der Luft. Auch dem Motto des Tages, „Berliner Pflegekinder heben ab“, konnte der fehlende Wind nichts anhaben, denn das konnten die Kinder auch ohne Wind. Und sie sind „mächtig ab­gehoben“.

Zusammen mit den Trainerinnen und Trainern von CABUWAZI haben die Pflegekinder verschiedene Kunst­stücke ausprobiert: Akrobatik, Kugellaufen, Jonglage, Balance.

An den Ständen der Pflegekinderdienste warteten wieder viele Attraktionen mit großem Bastel-, Spiel- und Sportprogramm auf die Pflegekinder, z.B. Mandalas malen, Enten angeln, Büchsen werfen, Sackhüpfen, Eierlaufen und Hüpfball-Wettrennen.

Es war wieder ein erlebnisreicher Tag und wir freuen uns schon auf den 18. Pflegefamilientag im nächsten Jahr. Fotos vom Pflegefamilientag können Sie sich hier ansehen: www.pflegefamilientag-berlin.de

In der Berliner Zeitung ist am 18.09.2017 ein fast einseitiger Artikel über den Pflegefamilientag erschienen:
>>> www.berliner-zeitung.de


04.10.2017
Anstieg der Verfahren zur Kindeswohlgefährdung in Deutschland um 5,7 %

Die Jugendämter in Deutschland führten im Jahr 2016 rund 136 900 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durch. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, bedeutet dies einen Anstieg um 5,7 % gegenüber dem Vorjahr. 

Von allen Verfahren bewerteten die Jugendämter 21 600 eindeutig als Kindeswohl­gefährdungen („akute Kindeswohlgefährdung“). Hier gab es gegenüber 2015 einen Anstieg um 3,7 %. Bei 24 200 Verfahren (+ 0,1 %) konnte eine Gefährdung des Kindes nicht ausgeschlossen werden („latente Kindeswohlgefährdung“). In rund 46 600 Fällen (+ 8,0 %) kamen die Fachkräfte des Jugendamtes zu dem Ergebnis, dass zwar keine Kindeswohlgefährdung, aber ein weiterer Hilfe- oder Unterstützungsbedarf vorlag. In fast ebenso vielen Fällen (44 500) wurde weder eine Kindeswohlgefährdung noch weiterer Hilfebedarf festgestellt (+ 7,8 %). 

Die meisten der rund 45 800 Kinder, bei denen eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung vorlag, wiesen Anzeichen von Vernachlässigung auf (61,1 %). In 28,4 % der Fälle wurden Anzeichen für psychische Misshandlung festgestellt. Etwas seltener (25,7 %) wiesen die Kinder Anzeichen für körperliche Misshandlung auf. Anzeichen für sexuelle Gewalt wurden in 4,4 % der Fälle von Kindeswohlgefährdung festgestellt. Mehrfachnennungen waren möglich. 

Die Gefährdungseinschätzungen wurden in etwa gleich häufig für Jungen und Mädchen durchgeführt. Kleinkinder waren bei den Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls besonders betroffen. Beinahe jedes vierte Kind (23,2 %), für das ein Verfahren durchgeführt wurde, hatte das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet. Drei- bis fünfjährige Kinder waren wie im Vorjahr von einem Fünftel (19,4 %) der Verfahren betroffen. Kinder im Grundschulalter (6 bis 9 Jahre) waren mit 22,7 % beteiligt. Mit zunehmendem Alter nehmen die Gefährdungseinschätzungen ab: Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren hatten einen Anteil von 18,7 % an den Verfahren, Jugendliche (14 bis 17 Jahre) nur noch von 16,0 %.

Am häufigsten machten Polizei, Gericht oder Staatsanwaltschaft das Jugendamt auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung aufmerksam, und zwar bei 22,1 % der Verfahren. Bei 12,9 % kamen die Hinweise von Schulen oder Kindertageseinrichtungen, bei 11,6 % waren es Bekannte oder Nachbarn. Gut jeden zehnten Hinweis (10,4 %) erhielten die Jugendämter anonym.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung vom 04.10.2017,
"2016: Anstieg der Verfahren zur Kindeswohlgefährdung um 5,7 %"
>>> www.destatis.de


26.09.2017
Lob für „Goldkinder“ von und mit Berliner Pflegekindern

Der Film „Goldkinder“ von und mit Berliner Pflegekindern wurde am 20.09.2017 beim REC-Filmfestival (früher Jugendmedienfestival) erstmals öffentlich aufgeführt.

Bei der Abschlussveranstaltung des Festivals wurde der Film mit einem großen Lob bedacht:
„Selten sieht man so viel Kreativität, Offenheit und Spaß am Albernsein in einem einzigen Film. Die Goldkinder haben einen großartigen Film über ihre traurigen Erlebnisse gemacht und sollten unbedingt am Filmemachen dranbleiben.“

Eine Veröffentlichung des Films auf einer YouTube-Plattform oder auf einer DVD ist im Moment noch nicht realisierbar. Es gibt jedoch Überlegungen, den Film Goldkinder in geeigneter Form Interessenten zugänglich zu machen. Der Arbeitskreis zur Förderung von Pflegekindern e.V. befindet sich hier noch in einem Entscheidungsprozess und wird auf seiner Homepage unter Aktuelles darüber informieren,  in welcher Form und für welchen Personenkreis, der Film veröffentlicht wird. 

Weitere Informationen und Trailer zu den ersten beiden Filmworkshops:
>>> www.arbeitskreis-pflegekinder.de/goldkinder

Im Tagesspiegel vom 20.09.2017 ist ein Artikel zum Filmprojekt erschienen. Die Online-Version finden Sie auf dem Internetportal des Tagesspiegels:
>>> www.tagesspiegel.de


22.09.2017
Keine Entscheidung des Bundesrates zum Gesetz zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen

Der Bundesrat hat am 22. September 2017 abermals kurzfristig das Gesetz zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen von seiner Tagesordnung abgesetzt. Es kam daher nicht zu einer Abstimmung über das zustimmungsbedürftige Gesetz, das der Bundestag am 29. Juni 2017 verabschiedet hatte. Schon in der Sitzung am 7. Juli 2017 hatten die Länder die Abstimmung verschoben.

Das Gesetzgebungsverfahren ist damit jedoch noch nicht gescheitert. Der Bundesrat könnte in einer der nächsten Sitzungen über das Vorhaben abstimmen – auch nach Konstituierung des 19. Deutschen Bundestages. Denn der Diskontinuität zum Ende der 18. Legislaturperiode unterfallen nur solche Gesetze, die im Bundestag noch nicht abschließend behandelt wurden.

Quelle: www.bundesrat.de/DE/plenum/plenum-kompakt/17/960/960-node.html


01.09.2017
Einladung zum 17. Berliner Pflegefamilientag auf dem Tempelhofer Feld am 17. September 2017

Der diesjährige Pflegefamilientag findet auf dem Tempelhofer Feld statt, einer der größten Freiflächen, die es mitten in einer Großstadt gibt. Früher sind hier Flugzeuge in alle Welt gestartet und am 17. September können die Berliner Pflegefamilien hier toben und mit allen möglichen Sportgeräten rumfahren oder rumfliegen.

Auf die Plätze – fertig – los!

Bringt alles mit was Räder hat und rollen kann: eure Fahrräder, Skates, Rollschuhe, Roller, Laufräder sowie Kinderwagen (Mamas Auto muss leider draußen bleiben) und zeigt, was ihr damit tolles könnt.

  • Kann einer von euch Einrad fahren? Habt ihr ein cooles Elektro-Skateboard? Zeigt eure Kunststücke allen Anderen!
  • Und ihr könnt auch in die Luft gehen: Wer hat den größten Drachen? Oder einen bunten Kite? Oder wer kann tierisch weit die Frisbee-Scheibe werfen?
  • Extra für Pflegekinder gibt es an diesem Tag Hüpfburgen und eine Kletterwand. Ihr könnt auch probieren, einen großen Kite (Drachen) in der Luft zu halten und dabei sehen, wie viel Kraft der hat.
  • Zur Mittagszeit gibt es eine spannende Vorführung mit einem Groß-Drachen. Kommt vorbei und schaut zu, was sich da Interessantes am Himmel tut.
  • Zwischen 12:00 und 15:00 Uhr könnt ihr zusammen mit den Trainerinnen und Trainern vom CABUWAZI Zirkus verschiedene Kunststücke ausprobieren: Akrobatik, Kugellaufen, Jonglage, Balance.
  • An den Ständen der einzelnen Pflegekinderdienste gibt es viele Attraktionen mit großem Bastel-, Spiel- und Sportprogramm zum Mitmachen und Spaß haben.

Zur Stärkung möchten wir alle Pflegefamilien zu einem kostenlosen Imbiss und Softgetränk einladen.

Wo?
Tempelhofer Feld
Haupteingang Tempelhofer Damm

Am Eingang Tempelhofer Damm direkt am S- und U-Bahnhof Tempelhof findet ihr unsere Marktstände. Die Essens-Bons bekommt ihr diesmal direkt am Stand von eurem zuständigen Pflegekinderservice.

Weitere Infos zur Veranstaltung:
www.pflegefamilientag-berlin.de


23.08.2017
In Berlin gibt es zu wenig Kurzzeit-Pflegefamilien

Im Jahr 2016 führten die Jugendämter in Berlin 15.444 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durch. Nach Informationen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg war das gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 7 Prozent. 782 Berliner Kinder oder Jugendliche wurden dann im Rahmen der vorläufigen Schutzmaßnahmen in Obhut genommen. Viele Kinder müssen kurzfristig in Heimeinrichtungen untergebracht werden, obwohl die Unterbringung in einer Pflegefamilie, gerade für Kleinkinder, die bessere Alternative wäre. Es fehlen in Berlin Kurzzeit-Pflegefamilien.

Familien für Kinder hat hierzu eine Pressemitteilung herausgegeben:

>>> Pressemitteilung vom 22.08.2017


16.08.2017
Der Film „Goldkinder“ von und mit Berliner Pflegekindern läuft auf dem REC-Filmfestival in Berlin am 20. September 2017

Der Film „Goldkinder“ von und mit Berliner Pflegekindern – entstanden zwischen 2013 und 2017 in den 3 Workshops „Bleib wie du bist“, „Doppelpack“ und „Respekt“ – wird nun beim REC-Filmfestival (früher Jugendmedienfestival) gezeigt. Von 700 Einsendungen aus 36 Ländern wurden 70 Filme aus 19 Ländern ausgewählt.

Die Jugendlichen erzählen sich gegenseitig auf drei Ebenen: das Ich, das Du und die Anderen. Sie bedienen sich dabei filmischer und musikalischer Stilmittel. Die erste Ebene ist die Innenwelt, die zweite die Beziehung zu Freunden und als dritte Ebene Chancen und Konflikte in der Außenwelt.

„Goldkinder“ wurde vom Arbeitskreis zur Förderung von Pflegekindern e.V. zusammen mit der Filmemacherin Sigrun Schnarrenberger produziert. Die drei Workshops wurden von Aktion Mensch und der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin gefördert und unter der Leitung von Sigrun Schnarrenberger und Robin Bodenhaupt in den Räumlichkeiten der Contra-Medienwerkstatt durchgeführt.

Wann: Mittwoch, 20.9.2017 ab 18 Uhr
"Goldkinder" (Länge ca. 30 Minuten) wird im Block mit anderen Filmen als vierter Film gezeigt.

Wo: in der ufaFabrik Berlin – Internationales Kulturcentrum
Viktoriastr. 10-18, 12105 Berlin-Tempelhof
Tel.: 030 / 755 03-0,    www.ufafabrik.de

REC-Filmfestival Berlin 2017: www.rec-filmfestival.de

>>> Weitere Informationen zu den Workshops

Im Tagesspiegel vom 20.09.2017 ist ein Artikel zum Filmprojekt erschienen. Die Online-Version finden Sie auf dem Internetportal des Tagesspiegels:
>>> www.tagesspiegel.de


01.08.2017
Fachzeitschrift Pflegekinder Heft 1/2017 ist neu erschienen

Titelblatt der Fachzeitschrift "Pflegekinder" 1/2017Themen zur Vollzeitpflege

  • Einladung zum Nählabor für Pflegekinder
  • Einladung zum 17. Berliner Pflegefamilientag auf dem Tempelhofer Feld am 17. September 2017
  • Wie geht´s den ehemaligen Pflegekindern?
  • Berlin sucht Krisenpflegefamilien
  • 2 Jahre Careleaver-Netzwerktreffen: Happy Birthday!
  • Interview: Eine Kindheit zwischen Elternhaus, Pflegefamilie und Heim
  • Digitale Medienwelten
  • So schön kann Feiern sein! Sommerfest der Pflegefamilien aus den Bezirken Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg
  • Filmtipp: Mein Leben als Zucchini
  • Offener Brief einiger Berliner Träger der freien Jugendhilfe zur Situation in den Jugendämtern
  • Suchtprävention für Geflüchtete: Hinschauen und Handeln hilft!
  • Aus dem Fortbildungszentrum: Die Dozentinnen und Dozenten stellen sich vor
  • Familien für Kinder und proFam starteten bei der 18. Team-Staffel der Berliner Wasserbetriebe
  • Download: Fachzeitschrift Pflegekinder 1/2017 als PDF-Dokument

31.07.2017
Dokumentation zum Fachtag „Pflegefamilie und dann? – Careleaver im Übergang“

Bisher wurde das Thema Leaving Care, der Übergang aus stationären Hilfen in Deutschland, vor allem mit dem Fokus auf die stationäre Heimerziehung bearbeitet. Der Fachtag, den das Careleaver Kompetenznetz (Familien für Kinder gGmbH Berlin) gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Pflegekinder durchführte, hat hier erstmals den Blick auf die Vollzeitpflege ausgeweitet.

Die Dokumentation können Sie sich auf der Internet-Seite des Careleaver Kompetenznetzes herunterladen:

>>> www.careleaver-kompetenznetz.de


04.07.2017
Umsonst gehofft - Pflegekindern bleibt Stabilität in der Pflegefamilie verwehrt

Pressemitteilung des PFAD Bundesverbandes der Pflege- und Adoptivfamilien e.V. vom 30.06.2017

Der PFAD Bundesverband kritisiert, dass die Verbesserungen für Kinder und Jugendliche, die in Pflegefamilien aufwachsen, am Veto der CDU/CSU gescheitert sind. Der Heim- und Pflegekinder betreffende Part ist fast vollständig aus dem Entwurf des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG) auf Wunsch der Union herausgenommen worden, obwohl die Expertinnen und Experten der Jugendhilfe im Vorfeld gerade die vorgesehenen Reformen für die Pflegekinderhilfe auf breiter Ebene befürworteten.

Kontinuität und Stabilität bleiben nun weiterhin vielen Pflegekindern verwehrt. Als „Zaungast“ dürfen sie zwar intaktes, fürsorgliches Familienleben in der Pflegefamilie kennenlernen, doch ihre Perspektive soll offen bleiben. Auch nach Jahren sollen Eltern ihre Kinder - auch gegen ihren Willen - aus dem neuen Zuhause herausreißen dürfen mit der oftmals vagen Option, ob ihnen die fürsorgliche Elternschaft und ein erneutes Zusammenwachsen überhaupt gelingen.

Dass eine baldige Rückführung in ein wieder sicheres und förderliches Umfeld das erklärte Ziel von Fremdunterbringungen sein muss, ist unstrittig. Doch Rückführung um jeden Preis ist kein Qualitätsmerkmal der Pflegekinderhilfe! In manchen Fällen ist es leider nicht möglich, Eltern trotz vieler Hilfsangebote durch die Jugendhilfe zu befähigen, ihre elterlichen Aufgaben gut genug zu erfüllen. Manche dieser Eltern fordern trotzdem wiederholt die Herausgabe ihres Kindes und sorgen so dafür, dass die betroffenen Kinder nicht zur Ruhe kommen können. Für diese Fälle sollte das Gesetz die Möglichkeit eröffnen, dass das Familiengericht den Verbleib des Kindes in der Pflegefamilie anordnen kann.

Ca. 57.000 Pflegefamilien in Deutschland setzen sich für Kinder und Jugendliche ein. Trösten sie in den ersten Wochen und Monaten ohne ihre Mutter und/oder ihren Vater. Sie erleichtern ihnen das Eingewöhnen in die fremde Familie. Schutz, Geborgenheit und Verlässlichkeit in die Pflegefamilie lassen das Kind wieder Vertrauen fassen. Es kann neue Beziehungen aufbauen und mit Unterstützung seiner Pflegeeltern und der Fachkräfte auch weiterhin Kontakte zu seiner leiblichen Familie pflegen.

Das KJSG sah erstmals einen Rechtsanspruch der leiblichen Eltern auf Beratung und Begleitung vor, welchen vor allem die Pflegefamilienverbände einfordern. Denn bis jetzt werden die Eltern in der Regel alleine gelassen, sobald ihr Kind untergebracht ist. Sie benötigen jedoch gerade dann intensive Hilfen, wenn eine Rückführung so bald als möglich stattfinden soll. Gibt es jedoch keine Perspektive für eine Rückführung, so benötigen sie Begleitung, um eine neue positive Rolle im Leben ihres fremduntergebrachten Kindes zu finden und mit der Pflegefamilie konstruktiv zusammenarbeiten zu können.

Die Reform des Pflegekinderwesens war der ehemaligen SPD-Familienministerin Manuela Schwesig ein wichtiges Anliegen. Sie hat begriffen, wie schwer es für Kinder ist, mit einer unklaren Perspektive zwischen zwei Familien aufzuwachsen. Doch die CDU/CSU ist strikt gegen die rechtlichen Verbesserungen und vermutet die Rechte der Herkunftseltern in Gefahr.

Sind ihre Einwände nur von Unkenntnis der Situation von Pflegekindern geprägt oder doch schon zu einem Positionierungs-Faktor im Wahlkampf geworden? Wenigstens wenn es um die Schwächsten im Lande geht, sollten Rivalitäten und Profilierung der Parteien außen vor bleiben.

Die beschlossene Fassung des KJSG im Bereich der Pflegekinderhilfe ist nur eine Absichtserklärung, die kostenarm und sicher wenig wirksam sein wird. Damit können wir nicht zufrieden sein. In der kommenden Legislaturperiode muss das Thema umgehend wieder aufgenommen werden. Ein gesetzlicher Anspruch auf Beratung für leibliche Eltern als Basis für die Kontinuitätssicherung von Kindern sowie die Ausgestaltung der Hilfen für behinderte Pflegekinder gehören zwingend in den nächsten Entwurf für eine inklusive Jugendhilfe.

PFAD wird nicht Nachlassen und sich weiterhin für rechtliche Verbesserungen für Pflegekinder und ihre Familien einsetzen.

Quelle: Pressemitteilung des PFAD Bundesverbandes der Pflege- und Adoptivfamilien e.V. vom 30.06.2017


04.07.2017
Insgesamt mehr als 23.000 Verfahren zur Kindeswohlgefährdung in Berlin und Brandenburg

Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 4.7.2017

Die Jugendämter in Berlin und Brandenburg führten 2016 über 23.000 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durch. Davon waren 15.444 Berliner und 7.696 Brandenburger Kinder und Jugendliche betroffen. Nach Informationen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg war das gegenüber dem Vorjahr in Berlin eine Steigerung von 7 Prozent und in Brandenburg von 6 Prozent.

Eine akute Gefährdung wurde in Berlin bei 24 Prozent der Kinder und Jugendlichen festgestellt. In diesen Fällen war eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes oder Jugendlichen bereits eingetreten oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten. In 28 Prozent der Fälle lag eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Dabei konnte die Frage nach der gegenwärtig tatsächlich bestehenden Gefahr nicht eindeutig beantwortet werden, aber es bestand weiterhin der Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung bzw. eine Kindeswohlgefährdung konnte nicht ausgeschlossen werden. In 27 Prozent der Fälle wurde zwar keine Gefährdung ermittelt, aber es bestand Hilfebedarf. In 21 Prozent der Fälle wurde keine Kindeswohlgefährdung festgestellt.

52 Prozent der akuten bzw. latenten Kindeswohlgefährdungen in Berlin betrafen Vernachlässigung, 19 Prozent körperliche und 26 Prozent psychische Misshandlungen. In 3 Prozent der Fälle mussten Verfahren wegen sexueller Gewalt eingeleitet werden. Je Fall sind mehrere Arten der Gefährdung möglich.

Während in Berlin jede zweite Einschätzung eine akute oder latente Gefährdung ergab, zeigte sich im Land Brandenburg ein anderes Bild: Hier führte nur jede dritte Gefährdungseinschätzung zu einem dieser Ergebnisse.

Bei 16 Prozent der Kinder und Jugendlichen lag eine akute und bei 16 Prozent eine latente Gefährdung vor. In 33 Prozent der Fälle wurde keine Gefährdung ermittelt, es bestand jedoch Hilfebedarf. In 35 Prozent (2.659) der Fälle wurde keine Kindeswohlgefährdung ermittelt.

In fast zwei Drittel (1.833) der Brandenburger Fälle, bei denen eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung festgestellt wurde, sind die Kinder und Jugendliche durch Vernachlässigung gefährdet. Anzeichen für körperliche und psychische Misshandlungen wurden in 467 bzw. 611 Fällen angegeben und eine Einschätzung, dass eine Gefährdung aufgrund sexueller Gewalt vorlag, betraf 85 Fälle.

Häufig informierten Verwandte, Bekannte und Nachbarn das Jugendamt (BE: 11 Prozent, BB: 14 Prozent). Auch anonyme Anzeigen gingen ein (BE: 7 Prozent, BB: 16 Prozent). Über Polizei, Gericht und Staatsanwaltschaft wurden in Berlin 26 Prozent und in Brandenburg 17 Prozent der Verfahren initiiert. In 18 Prozent der Berliner und in 10 Prozent der Brandenburger Fälle waren die Kita bzw. Tagespflegeperson oder die Schule die Auslöser. 9 Prozent der Berliner und 10 Prozent der Brandenburger Verfahren wurden durch die Minderjährigen bzw. Eltern oder Erziehungsberechtigten selbst angestoßen.

Als Folge der Gefährdungseinschätzung wurden in Berlin für jedes fünfte und in Brandenburg für jedes vierte Kind ambulante oder teilstationäre Hilfen zur Erziehung neu eingeleitet bzw. geplant. Unterstützung nach §§ 16-18 SGB VIII wurde für 2.134 Fälle in Berlin und 612 Fälle in Brandenburg gewährt. Hierbei handelt es sich um Leistungen zur allgemeinen Förderung der Erziehung in der Familie und Beratung in Fragen der Partnerschaft, Trennung oder Scheidung. 782 Berliner und 498 Brandenburger Kinder oder Jugendliche wurden im Rahmen der vorläufigen Schutzmaßnahmen in Obhut genommen. In 894 Fällen in Berlin und 655 Fällen in Brandenburg musste das Familiengericht angerufen werden.

Weitere Ergebnisse der Gefährdungseinschätzungen nach § 8a SGB VIII für die Länder Berlin und Brandenburg beinhaltet der Statistische Bericht K V 10 zum kostenfreien Herunterladen unter: www.statistik-berlin-brandenburg.de.

Quelle: Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg Nr. 160 vom 4. Juli 2017


20.06.2017
Pflegefamilien aus ganz Deutschland demonstrierten für eine Verbesserung der Situation von behinderten Pflegekindern

Bei einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor am 20. Juni 2017 wurde in Podiumsgesprächen mit Fachkräften, Pflegeeltern und Politikern die besondere Situation von Pflegefamilien, die ein Kind mit einer Behinderung betreuen, dargestellt und Unterstützungsbedarf angemeldet. Fazit der verschiedenen Beiträge war, dass für Kinder mit einer Behinderung die Betreuung in einer Pflegefamilie optimale Entwicklungsbedingungen bieten kann, jedoch fehlt es hier an gesetzlichen Rahmenbedingungen und einer entsprechenden Verankerung zur Förderung dieser Hilfeform.

Nach der Kundgebung ging ein Demonstrationszug zum Platz der Republik. Die Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley war eingeladen worden und hatte ihre Teilnahme zugesagt. Die Vorsitzende des Bundesverbandes behinderter Pflegekinder e.V., Kerstin Held, überreichte der Bundesfamilienministerin symbolisch einen Erste-Hilfe-Koffer mit Vorschlägen für Sofortmaßnahmen. Die Ministerin sagte zu, sich in allen Gremien für eine Verbesserung einzusetzen und bot weitere Gespräche an.


(Fotos: Hans Thelen)

Die Veranstaltung war insgesamt sehr gelungen und es wurde eine Thematisierung in der Fachwelt, der Politik und der breiteren Öffentlichkeit erreicht.

Vielen Dank an den Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V. für die Organisation und Durchführung.

>>> Weitere Fotos von der Kundgebung und Demonstration auf der Seite www.arbeitskreis-pflegekinder.de


30.05.2017
Demonstration von Pflegefamilien für die Rechte behinderter Kinder

Dienstag, 20. Juni 2017 um 14 Uhr in Berlin am Brandenburger Tor

In aktuellen Gesetzentwürfen werden Pflegekinder mit Behinderung erneut außer Acht gelassen, obwohl dringender Handlungsbedarf besteht.

Seit mehr als drei Jahrzehnten setzen sich der Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V., zahlreiche Selbsthilfeorganisationen sowie freie und öffentliche Jugendhilfeträger für die gesetzliche Verankerung dringend notwendiger Verbesserungen der Rechte von Kindern mit Behinderungen in Pflegefamilien ein. Bislang vergeblich!

Um Politik und Öffentlichkeit auf diese Missstände hinzuweisen und um Abänderung zu schaffen, findet am Dienstag, 20. Juni 2017, um 14 Uhr eine Demonstration am Brandenburger Tor in Berlin unter der Federführung des Bundesverbandes behinderter Pflegekinder e.V. statt.

Der Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V. ruft alle Pflegefamilien in Deutschland mit Kindern mit Beeinträchtigungen, Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder schweren Traumatisierungen auf, an der Demonstration teilzunehmen und ihre Forderungen zum Ausdruck zu bringen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite >>>www.bbpflegekinder.de


26.04.2017
Nählabor für 8- bis 14-jährige Berliner Pflegekinder

Näh dir dein Leben bunter
Hast du Lust, mit Nadel, Faden oder Nähmaschine unter fachkundiger Anleitung tolle Sachen aus Stoff herzustellen? Dann bist du herzlich eingeladen, am Nählabor von Patenkinder Berlin teilzunehmen.

Flyer zum Nählabor für Pflegekinder

Info und Anmeldung
Patenkinder Berlin

Familien für Kinder gGmbH
Tel. 030 / 21002128
Mail: info@familien-fuer-kinder.de

>>> Flyer im PDF-Format


25.04.2017
Fachtagung: Pflegefamilie und dann? Careleaver im Übergang

am 19. Juni 2017 in Berlin

Bisher wurde das Thema Leaving Care, der Übergang aus stationären Hilfen in Deutschland, vor allem mit dem Fokus auf die stationäre Heimerziehung bearbeitet. Mit dieser Tagung möchten das Careleaver Kompetenznetz der Familien für Kinder gGmbH und das Kompetenz-Zentrum Pflegekinder e.V. den Blick auf die Vollzeitpflege ausweiten.

Die Anmeldefrist wurde jetzt verlängert. Sie können sich bis zum 31.05.2017 anmelden.

>>> Fachtagungsflyer (pdf)

>>> Online-Programm und Anmeldung


12.04.2017
Bundeskabinett beschließt einen Gesetzentwurf zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen

Der Gesetzentwurf sieht Verbesserungen beim Kinderschutz, bei der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, die Stärkung der Pflegekinder und ihrer Familien sowie die inklusive Betreuung in Kitas vor.

Mit dem Gesetz will die Bundesregierung u.a. die Lebenssituation von Pflegekindern durch mehr Sicherheit, Stabilität und Kontinuität verbessern: „Mit der Reform des Kinder- und Jugendhilfegesetzes setzen wir da an: Wir stellen die Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt“, so Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. „Die Unterstützung der Pflegefamilien wird verbessert und die Arbeit mit den Herkunftseltern gestärkt. Außerdem erhält das Gericht die Möglichkeit, den dauerhaften Verbleib in der Pflegefamilie anzuordnen, wenn eine Verbesserung der Erziehungsverhältnisse in der Herkunftsfamilie weder erreicht wurde noch zu erwarten sind.“

Für jedes Kind bedeutet Trennungsangst emotionalen Stress. Gerade Pflegekinder, die meist hoch belastet in einer Pflegefamilie untergebracht werden, sind aber einem hohen Risiko von Beziehungsabbrüchen, Bindungsverlusten und Brüchen im Lebenslauf ausgesetzt.

„Kinder brauchen Sicherheit. Sie brauchen Verlässlichkeit und Stabilität. Jedes Kind muss wissen: Wo komme ich her? Wo gehöre ich hin und wo kann ich mich sicher und geschützt fühlen. Ich finde es kaum zu ertragen, wenn Pflegekinder zurück in ihre Herkunftsfamilien müssen und dort wiederholt schwere Gewalt erleben, und in manchen Einzelfällen – wir kennen alle die traurigen Geschichten – sogar sterben. Das darf nicht passieren“, sagt Manuela Schwesig.

Der Gesetzesentwurf wird jetzt dem Bundestag zum Beschluss vorgelegt und dann muss der Bundesrat noch zustimmen.

>>> Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums vom 12.04.2017 (PDF)

>>> Gesetzentwurf vom 12.04.2017 (PDF)


23.03.2017
Referentenentwurf eines Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG)

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat am 17.03.2017 einen Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (Kinder- und Jugendstärkungsgesetz – KJSG) den Ländern und Verbänden zur Stellungnahme vorgelegt. Im Vergleich zu den vorher bekannt gewordenen Gesetzesentwürfen sind einige kritisierte Punkte weggefallen.

Das Deutsche Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e.V. (DIJuF) hat auf seinem Internetportal einen Bereich mit aktuellen Informationen & Diskussionen zur SGB VIII-Reform eingerichtet http://kijup-sgbviii-reform.de und den Entwurf und eine Synopse veröffentlicht:
>>> Gesetzesentwurf vom 17.03.2017 mit Begründung
>>> Synopse

Stellungnahmen

Der PFAD Bundesverband e.V. hat gemeinsam mit dem Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V., der Agenda Pflegefamilien und dem Aktionsbündnis Kinder mit Behinderungen in Pflegefamilien eine Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (Kinder- und Jugendstärkungsgesetz KJSG) erarbeitet und an das BMFSFJ gesandt.

Da aufgrund der knappen Fristsetzung zur Stellungnahme eine vertiefte Analyse der vorgelegten Änderungsvorschläge nicht möglich war, greift das Papier erst einmal die aus der Sicht der Pflegekinderhilfe wichtigsten Fragen und Konsequenzen auf.

>>> Stellungnahme der Adoptiv- und Pflegefamilienverbände zum Referentenentwurf des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG)

Das Careleaver Kompetenznetz hat eine Stellungnahme mit dem Fokus auf die Situation ehemaliger Pflege- und Heimkinder, die am Jugendhilfeende vor der Verselbstständigung stehen, abgegeben.

>>> Stellungnahme des Careleaver Kompetenznetzes zum Referentenentwurf des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG)

>>> Weitere Stellungnahmen auf der Seite des DIJuF


16.02.2017
Einladung zum dritten Brandenburger Careleaver-Netzwerk-Treffen vom 21.04. bis 23.04.2017

In Havelaue / Ortsteil Gülpe veranstaltet das Careleaver-Kompetenznetz vom 21. bis 23. April 2017 das dritte Brandenburger Careleaver-Netzwerk-Treffen für junge Menschen aus Berlin und Brandenburg (ab 17 Jahren), die sich im Übergang von stationärer Jugendhilfe/Pflegefamilie in die Verselbstständigung befinden oder den Übergang bereits geschafft haben.

>>> Weitere Informationen und Anmeldung (bis zum 01. April 2017)


19.01.2017
Kreativwerkstatt für Pflegekinder am 11.02.2017

Die Faschingszeit kommt näher und damit auch Eure Faschingspartys in der Schule, im Hort oder zu Hause mit Freunden. Bei uns könnt ihr damit beginnen, Euer eigenes Kostüm zu gestalten. Wir wollen mit Euch Faschingsmasken aus Papier bemalen, bekleben und mit verschiedenen Materialien schmücken.

Kreativwerkstatt am 11.02.2017 von 14:00 bis 17:00 Uhr
bei Familien für Kinder in der Stresemannstr. 78

Die Kosten für die Teilnahme betragen 20,- € und können über die Entlastungsleistungen nach § 45b SGB XI abgerechnet werden.

Weitere Informationen auf der >>> Webseite von Patenkinder Berlin


05.01.2017
Fachzeitschrift Pflegekinder Heft 2/2016 ist erschienen

Titelblatt der Fachzeitschrift "Pflegekinder" 2/2016Themen zur Vollzeitpflege

  • 1zu1 für FlüchtlingsKinder - Ein neues Projekt der Familien für Kinder gGmbH
  • Förderung ehrenamtlicher Vormundschaften für junge Geflüchtete - Werkstattbericht aus einem bundesweiten Modellprojekt
  • Neues aus dem Fortbildungszentrum der Familien für Kinder gGmbH
  • Niemandskind?
  • Weißt Du eigentlich, wer ich bin … ? - Pflegekinder und Pflegefamilien im kulturellen Spannungsfeld.
  • Affen, Tiger und Kamele - Pflegekinder entdeckten wilde Tiere aus der ganzen Welt auf dem 16. Berliner Pflegefamilientag
  • Eindrücke vom Malworkshop mit Pflegekindern und Freunden
  • Kreativwerkstatt von Patenkinder Berlin startete erfolgreich
  • Die erste eigene Wohnung – Was ist zu tun, was zu beachten?
  • SGB-VIII-Novellierung und ein inklusives Kinder- und Jugendhilfegesetz – Zwischenruf der Erziehungshilfefachverbände zum Reformprozess!
  • Pauschalbeträge in der Vollzeitpflege für 2017 - Empfehlungen des Deutschen Vereins
  • Eingetragene Lebenspartnerschaft als Vormund - Urteil des Amtsgerichts München
  • Erziehungsgeld bei freiwillig Versicherten keine Einnahme, die bei freiwillig Kranken- und Pflegeversicherten der Beitragspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung unterliegt
  • Literaturhinweise:
    Herzwurzeln – Ein Kinderfachbuch für Pflege- und Adoptivkinder
    Pflegefamilien als soziale Familien, ihre rechtliche Anerkennung und aktuelle Herausforderungen
  • Download: Fachzeitschrift Pflegekinder 2/2016 als PDF-Dokument