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13.10.2017
Berliner Pflegekinder landeten auf dem Tempelhofer Feld

1.250 Besucher beim 17. Berliner Pflegefamilientag am 17.09.2017

Auch in diesem Jahr fand der Pflegefamilientag bei bestem sonnigen Septemberwetter statt. Damit man die Weite des Tempelhofer Feldes richtig genießen konnte, schob Petrus von Zeit zu Zeit ein paar schöne riesige weiße Wolken vor den blauen Septemberhimmel.

Peter Heinßen, Geschäftsführer der Familien für Kinder gGmbH, begrüßte gemeinsam mit Rainer Schwarz, dem Jugendamtsleiter von Tempelhof-Schöneberg, die Pflegefamilien. Der Bezirksstadtrat Oliver Schworck war leider erkrankt und lies seine besten Wünsche für diesen Tag von Herrn Schwarz überbringen und dankte den Pflegeeltern: „Wir alle wissen: ‚Ohne eine heitere und vollwertige Kindheit verkümmert das ganze spätere Leben.‘ Sie sind es, die für viele Kinder und Jugendliche dies ermöglichen. Sie geben ihnen, sichere Geborgenheit, Zuwendung und Förderung - ein Zuhause auf Zeit. Nur mit Ihrer Hilfe können die Berliner Jugendämter Sorge dafür tragen, dass für alle Kinder die besten Bedingungen für das Aufwachsen in unserer Stadt gewährleistet sind. Sie stellen sich den Herausforderungen, die Ihre Pflegekinder mit­bringen, Sie spielen mit ihnen, teilen ihre Sorgen und Nöte, Sie geben ihnen Kraft und Zuversicht auf den Weg. Und Sie lachen und freuen sich mit ihnen.“ Und zum Lachen und Freuen sollte es bei diesem Pflege­familientag genug Anlass geben. Eröffnet wurde der Tag dann offiziell von einem Pflegekind, das sich schon darauf freute, dass es gleich richtig losgeht.

 

Drei Hüpfburgen sorgten für gute Laune und viel Bewegung. Den ganzen Tag über wurde hier gehüpft und gesprungen. Die Kinder waren so mit sich be­schäftigt, dass einige Pflege­eltern sich entspannt ins Gras legen konnten. Eine große Faszi­nation übte auch die Kletter­wand aus und viele Pflegekinder wagten sich hoch hinauf.

Ein Großdrachen stieg kurz in die Lüfte auf. Da der Wind aber nur schwach blies, war es nur ein kurzes Ver­gnügen. Einige Kinder hatten eigene Drachen mitgebracht und liefen über das Feld, um ihren Drachen stei­gen zu lassen und in der Luft zu halten. Das war aber nicht so einfach. Wenn der Wind schon nicht mit­spielt, dachte sich ein Mädchen, dann gibt es doch Alternativen: Luftballons wurden am Drachen befestigt und schon hing er in der Luft. Auch dem Motto des Tages, „Berliner Pflegekinder heben ab“, konnte der fehlende Wind nichts anhaben, denn das konnten die Kinder auch ohne Wind. Und sie sind „mächtig ab­gehoben“.

Zusammen mit den Trainerinnen und Trainern von CABUWAZI haben die Pflegekinder verschiedene Kunst­stücke ausprobiert: Akrobatik, Kugellaufen, Jonglage, Balance.

An den Ständen der Pflegekinderdienste warteten wieder viele Attraktionen mit großem Bastel-, Spiel- und Sportprogramm auf die Pflegekinder, z.B. Mandalas malen, Enten angeln, Büchsen werfen, Sackhüpfen, Eierlaufen und Hüpfball-Wettrennen.

Es war wieder ein erlebnisreicher Tag und wir freuen uns schon auf den 18. Pflegefamilientag im nächsten Jahr. Fotos vom Pflegefamilientag können Sie sich hier ansehen: www.pflegefamilientag-berlin.de

In der Berliner Zeitung ist am 18.09.2017 ein fast einseitiger Artikel über den Pflegefamilientag erschienen:
>>> www.berliner-zeitung.de


04.10.2017
Anstieg der Verfahren zur Kindeswohlgefährdung in Deutschland um 5,7 %

Die Jugendämter in Deutschland führten im Jahr 2016 rund 136 900 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durch. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, bedeutet dies einen Anstieg um 5,7 % gegenüber dem Vorjahr. 

Von allen Verfahren bewerteten die Jugendämter 21 600 eindeutig als Kindeswohl­gefährdungen („akute Kindeswohlgefährdung“). Hier gab es gegenüber 2015 einen Anstieg um 3,7 %. Bei 24 200 Verfahren (+ 0,1 %) konnte eine Gefährdung des Kindes nicht ausgeschlossen werden („latente Kindeswohlgefährdung“). In rund 46 600 Fällen (+ 8,0 %) kamen die Fachkräfte des Jugendamtes zu dem Ergebnis, dass zwar keine Kindeswohlgefährdung, aber ein weiterer Hilfe- oder Unterstützungsbedarf vorlag. In fast ebenso vielen Fällen (44 500) wurde weder eine Kindeswohlgefährdung noch weiterer Hilfebedarf festgestellt (+ 7,8 %). 

Die meisten der rund 45 800 Kinder, bei denen eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung vorlag, wiesen Anzeichen von Vernachlässigung auf (61,1 %). In 28,4 % der Fälle wurden Anzeichen für psychische Misshandlung festgestellt. Etwas seltener (25,7 %) wiesen die Kinder Anzeichen für körperliche Misshandlung auf. Anzeichen für sexuelle Gewalt wurden in 4,4 % der Fälle von Kindeswohlgefährdung festgestellt. Mehrfachnennungen waren möglich. 

Die Gefährdungseinschätzungen wurden in etwa gleich häufig für Jungen und Mädchen durchgeführt. Kleinkinder waren bei den Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls besonders betroffen. Beinahe jedes vierte Kind (23,2 %), für das ein Verfahren durchgeführt wurde, hatte das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet. Drei- bis fünfjährige Kinder waren wie im Vorjahr von einem Fünftel (19,4 %) der Verfahren betroffen. Kinder im Grundschulalter (6 bis 9 Jahre) waren mit 22,7 % beteiligt. Mit zunehmendem Alter nehmen die Gefährdungseinschätzungen ab: Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren hatten einen Anteil von 18,7 % an den Verfahren, Jugendliche (14 bis 17 Jahre) nur noch von 16,0 %.

Am häufigsten machten Polizei, Gericht oder Staatsanwaltschaft das Jugendamt auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung aufmerksam, und zwar bei 22,1 % der Verfahren. Bei 12,9 % kamen die Hinweise von Schulen oder Kindertageseinrichtungen, bei 11,6 % waren es Bekannte oder Nachbarn. Gut jeden zehnten Hinweis (10,4 %) erhielten die Jugendämter anonym.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung vom 04.10.2017,
"2016: Anstieg der Verfahren zur Kindeswohlgefährdung um 5,7 %"
>>> www.destatis.de


26.09.2017
Lob für „Goldkinder“ von und mit Berliner Pflegekindern

Der Film „Goldkinder“ von und mit Berliner Pflegekindern wurde am 20.09.2017 beim REC-Filmfestival (früher Jugendmedienfestival) erstmals öffentlich aufgeführt.

Bei der Abschlussveranstaltung des Festivals wurde der Film mit einem großen Lob bedacht:
„Selten sieht man so viel Kreativität, Offenheit und Spaß am Albernsein in einem einzigen Film. Die Goldkinder haben einen großartigen Film über ihre traurigen Erlebnisse gemacht und sollten unbedingt am Filmemachen dranbleiben.“

Eine Veröffentlichung des Films auf einer YouTube-Plattform oder auf einer DVD ist im Moment noch nicht realisierbar. Es gibt jedoch Überlegungen, den Film Goldkinder in geeigneter Form Interessenten zugänglich zu machen. Der Arbeitskreis zur Förderung von Pflegekindern e.V. befindet sich hier noch in einem Entscheidungsprozess und wird auf seiner Homepage unter Aktuelles darüber informieren,  in welcher Form und für welchen Personenkreis, der Film veröffentlicht wird. 

Weitere Informationen und Trailer zu den ersten beiden Filmworkshops:
>>> www.arbeitskreis-pflegekinder.de/goldkinder

Im Tagesspiegel vom 20.09.2017 ist ein Artikel zum Filmprojekt erschienen. Die Online-Version finden Sie auf dem Internetportal des Tagesspiegels:
>>> www.tagesspiegel.de


22.09.2017
Keine Entscheidung des Bundesrates zum Gesetz zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen

Der Bundesrat hat am 22. September 2017 abermals kurzfristig das Gesetz zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen von seiner Tagesordnung abgesetzt. Es kam daher nicht zu einer Abstimmung über das zustimmungsbedürftige Gesetz, das der Bundestag am 29. Juni 2017 verabschiedet hatte. Schon in der Sitzung am 7. Juli 2017 hatten die Länder die Abstimmung verschoben.

Das Gesetzgebungsverfahren ist damit jedoch noch nicht gescheitert. Der Bundesrat könnte in einer der nächsten Sitzungen über das Vorhaben abstimmen – auch nach Konstituierung des 19. Deutschen Bundestages. Denn der Diskontinuität zum Ende der 18. Legislaturperiode unterfallen nur solche Gesetze, die im Bundestag noch nicht abschließend behandelt wurden.

Quelle: www.bundesrat.de/DE/plenum/plenum-kompakt/17/960/960-node.html


01.09.2017
Einladung zum 17. Berliner Pflegefamilientag auf dem Tempelhofer Feld am 17. September 2017

Der diesjährige Pflegefamilientag findet auf dem Tempelhofer Feld statt, einer der größten Freiflächen, die es mitten in einer Großstadt gibt. Früher sind hier Flugzeuge in alle Welt gestartet und am 17. September können die Berliner Pflegefamilien hier toben und mit allen möglichen Sportgeräten rumfahren oder rumfliegen.

Auf die Plätze – fertig – los!

Bringt alles mit was Räder hat und rollen kann: eure Fahrräder, Skates, Rollschuhe, Roller, Laufräder sowie Kinderwagen (Mamas Auto muss leider draußen bleiben) und zeigt, was ihr damit tolles könnt.

  • Kann einer von euch Einrad fahren? Habt ihr ein cooles Elektro-Skateboard? Zeigt eure Kunststücke allen Anderen!
  • Und ihr könnt auch in die Luft gehen: Wer hat den größten Drachen? Oder einen bunten Kite? Oder wer kann tierisch weit die Frisbee-Scheibe werfen?
  • Extra für Pflegekinder gibt es an diesem Tag Hüpfburgen und eine Kletterwand. Ihr könnt auch probieren, einen großen Kite (Drachen) in der Luft zu halten und dabei sehen, wie viel Kraft der hat.
  • Zur Mittagszeit gibt es eine spannende Vorführung mit einem Groß-Drachen. Kommt vorbei und schaut zu, was sich da Interessantes am Himmel tut.
  • Zwischen 12:00 und 15:00 Uhr könnt ihr zusammen mit den Trainerinnen und Trainern vom CABUWAZI Zirkus verschiedene Kunststücke ausprobieren: Akrobatik, Kugellaufen, Jonglage, Balance.
  • An den Ständen der einzelnen Pflegekinderdienste gibt es viele Attraktionen mit großem Bastel-, Spiel- und Sportprogramm zum Mitmachen und Spaß haben.

Zur Stärkung möchten wir alle Pflegefamilien zu einem kostenlosen Imbiss und Softgetränk einladen.

Wo?
Tempelhofer Feld
Haupteingang Tempelhofer Damm

Am Eingang Tempelhofer Damm direkt am S- und U-Bahnhof Tempelhof findet ihr unsere Marktstände. Die Essens-Bons bekommt ihr diesmal direkt am Stand von eurem zuständigen Pflegekinderservice.

Weitere Infos zur Veranstaltung:
www.pflegefamilientag-berlin.de


23.08.2017
In Berlin gibt es zu wenig Kurzzeit-Pflegefamilien

Im Jahr 2016 führten die Jugendämter in Berlin 15.444 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durch. Nach Informationen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg war das gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 7 Prozent. 782 Berliner Kinder oder Jugendliche wurden dann im Rahmen der vorläufigen Schutzmaßnahmen in Obhut genommen. Viele Kinder müssen kurzfristig in Heimeinrichtungen untergebracht werden, obwohl die Unterbringung in einer Pflegefamilie, gerade für Kleinkinder, die bessere Alternative wäre. Es fehlen in Berlin Kurzzeit-Pflegefamilien.

Familien für Kinder hat hierzu eine Pressemitteilung herausgegeben:

>>> Pressemitteilung vom 22.08.2017


16.08.2017
Der Film „Goldkinder“ von und mit Berliner Pflegekindern läuft auf dem REC-Filmfestival in Berlin am 20. September 2017

Der Film „Goldkinder“ von und mit Berliner Pflegekindern – entstanden zwischen 2013 und 2017 in den 3 Workshops „Bleib wie du bist“, „Doppelpack“ und „Respekt“ – wird nun beim REC-Filmfestival (früher Jugendmedienfestival) gezeigt. Von 700 Einsendungen aus 36 Ländern wurden 70 Filme aus 19 Ländern ausgewählt.

Die Jugendlichen erzählen sich gegenseitig auf drei Ebenen: das Ich, das Du und die Anderen. Sie bedienen sich dabei filmischer und musikalischer Stilmittel. Die erste Ebene ist die Innenwelt, die zweite die Beziehung zu Freunden und als dritte Ebene Chancen und Konflikte in der Außenwelt.

„Goldkinder“ wurde vom Arbeitskreis zur Förderung von Pflegekindern e.V. zusammen mit der Filmemacherin Sigrun Schnarrenberger produziert. Die drei Workshops wurden von Aktion Mensch und der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin gefördert und unter der Leitung von Sigrun Schnarrenberger und Robin Bodenhaupt in den Räumlichkeiten der Contra-Medienwerkstatt durchgeführt.

Wann: Mittwoch, 20.9.2017 ab 18 Uhr
"Goldkinder" (Länge ca. 30 Minuten) wird im Block mit anderen Filmen als vierter Film gezeigt.

Wo: in der ufaFabrik Berlin – Internationales Kulturcentrum
Viktoriastr. 10-18, 12105 Berlin-Tempelhof
Tel.: 030 / 755 03-0,    www.ufafabrik.de

REC-Filmfestival Berlin 2017: www.rec-filmfestival.de

>>> Weitere Informationen zu den Workshops

Im Tagesspiegel vom 20.09.2017 ist ein Artikel zum Filmprojekt erschienen. Die Online-Version finden Sie auf dem Internetportal des Tagesspiegels:
>>> www.tagesspiegel.de


01.08.2017
Fachzeitschrift Pflegekinder Heft 1/2017 ist neu erschienen

Titelblatt der Fachzeitschrift "Pflegekinder" 1/2017Themen zur Vollzeitpflege

  • Einladung zum Nählabor für Pflegekinder
  • Einladung zum 17. Berliner Pflegefamilientag auf dem Tempelhofer Feld am 17. September 2017
  • Wie geht´s den ehemaligen Pflegekindern?
  • Berlin sucht Krisenpflegefamilien
  • 2 Jahre Careleaver-Netzwerktreffen: Happy Birthday!
  • Interview: Eine Kindheit zwischen Elternhaus, Pflegefamilie und Heim
  • Digitale Medienwelten
  • So schön kann Feiern sein! Sommerfest der Pflegefamilien aus den Bezirken Steglitz-Zehlendorf und Tempelhof-Schöneberg
  • Filmtipp: Mein Leben als Zucchini
  • Offener Brief einiger Berliner Träger der freien Jugendhilfe zur Situation in den Jugendämtern
  • Suchtprävention für Geflüchtete: Hinschauen und Handeln hilft!
  • Aus dem Fortbildungszentrum: Die Dozentinnen und Dozenten stellen sich vor
  • Familien für Kinder und proFam starteten bei der 18. Team-Staffel der Berliner Wasserbetriebe
  • Download: Fachzeitschrift Pflegekinder 1/2017 als PDF-Dokument

31.07.2017
Dokumentation zum Fachtag „Pflegefamilie und dann? – Careleaver im Übergang“

Bisher wurde das Thema Leaving Care, der Übergang aus stationären Hilfen in Deutschland, vor allem mit dem Fokus auf die stationäre Heimerziehung bearbeitet. Der Fachtag, den das Careleaver Kompetenznetz (Familien für Kinder gGmbH Berlin) gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Pflegekinder durchführte, hat hier erstmals den Blick auf die Vollzeitpflege ausgeweitet.

Die Dokumentation können Sie sich auf der Internet-Seite des Careleaver Kompetenznetzes herunterladen:

>>> www.careleaver-kompetenznetz.de


04.07.2017
Umsonst gehofft - Pflegekindern bleibt Stabilität in der Pflegefamilie verwehrt

Pressemitteilung des PFAD Bundesverbandes der Pflege- und Adoptivfamilien e.V. vom 30.06.2017

Der PFAD Bundesverband kritisiert, dass die Verbesserungen für Kinder und Jugendliche, die in Pflegefamilien aufwachsen, am Veto der CDU/CSU gescheitert sind. Der Heim- und Pflegekinder betreffende Part ist fast vollständig aus dem Entwurf des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG) auf Wunsch der Union herausgenommen worden, obwohl die Expertinnen und Experten der Jugendhilfe im Vorfeld gerade die vorgesehenen Reformen für die Pflegekinderhilfe auf breiter Ebene befürworteten.

Kontinuität und Stabilität bleiben nun weiterhin vielen Pflegekindern verwehrt. Als „Zaungast“ dürfen sie zwar intaktes, fürsorgliches Familienleben in der Pflegefamilie kennenlernen, doch ihre Perspektive soll offen bleiben. Auch nach Jahren sollen Eltern ihre Kinder - auch gegen ihren Willen - aus dem neuen Zuhause herausreißen dürfen mit der oftmals vagen Option, ob ihnen die fürsorgliche Elternschaft und ein erneutes Zusammenwachsen überhaupt gelingen.

Dass eine baldige Rückführung in ein wieder sicheres und förderliches Umfeld das erklärte Ziel von Fremdunterbringungen sein muss, ist unstrittig. Doch Rückführung um jeden Preis ist kein Qualitätsmerkmal der Pflegekinderhilfe! In manchen Fällen ist es leider nicht möglich, Eltern trotz vieler Hilfsangebote durch die Jugendhilfe zu befähigen, ihre elterlichen Aufgaben gut genug zu erfüllen. Manche dieser Eltern fordern trotzdem wiederholt die Herausgabe ihres Kindes und sorgen so dafür, dass die betroffenen Kinder nicht zur Ruhe kommen können. Für diese Fälle sollte das Gesetz die Möglichkeit eröffnen, dass das Familiengericht den Verbleib des Kindes in der Pflegefamilie anordnen kann.

Ca. 57.000 Pflegefamilien in Deutschland setzen sich für Kinder und Jugendliche ein. Trösten sie in den ersten Wochen und Monaten ohne ihre Mutter und/oder ihren Vater. Sie erleichtern ihnen das Eingewöhnen in die fremde Familie. Schutz, Geborgenheit und Verlässlichkeit in die Pflegefamilie lassen das Kind wieder Vertrauen fassen. Es kann neue Beziehungen aufbauen und mit Unterstützung seiner Pflegeeltern und der Fachkräfte auch weiterhin Kontakte zu seiner leiblichen Familie pflegen.

Das KJSG sah erstmals einen Rechtsanspruch der leiblichen Eltern auf Beratung und Begleitung vor, welchen vor allem die Pflegefamilienverbände einfordern. Denn bis jetzt werden die Eltern in der Regel alleine gelassen, sobald ihr Kind untergebracht ist. Sie benötigen jedoch gerade dann intensive Hilfen, wenn eine Rückführung so bald als möglich stattfinden soll. Gibt es jedoch keine Perspektive für eine Rückführung, so benötigen sie Begleitung, um eine neue positive Rolle im Leben ihres fremduntergebrachten Kindes zu finden und mit der Pflegefamilie konstruktiv zusammenarbeiten zu können.

Die Reform des Pflegekinderwesens war der ehemaligen SPD-Familienministerin Manuela Schwesig ein wichtiges Anliegen. Sie hat begriffen, wie schwer es für Kinder ist, mit einer unklaren Perspektive zwischen zwei Familien aufzuwachsen. Doch die CDU/CSU ist strikt gegen die rechtlichen Verbesserungen und vermutet die Rechte der Herkunftseltern in Gefahr.

Sind ihre Einwände nur von Unkenntnis der Situation von Pflegekindern geprägt oder doch schon zu einem Positionierungs-Faktor im Wahlkampf geworden? Wenigstens wenn es um die Schwächsten im Lande geht, sollten Rivalitäten und Profilierung der Parteien außen vor bleiben.

Die beschlossene Fassung des KJSG im Bereich der Pflegekinderhilfe ist nur eine Absichtserklärung, die kostenarm und sicher wenig wirksam sein wird. Damit können wir nicht zufrieden sein. In der kommenden Legislaturperiode muss das Thema umgehend wieder aufgenommen werden. Ein gesetzlicher Anspruch auf Beratung für leibliche Eltern als Basis für die Kontinuitätssicherung von Kindern sowie die Ausgestaltung der Hilfen für behinderte Pflegekinder gehören zwingend in den nächsten Entwurf für eine inklusive Jugendhilfe.

PFAD wird nicht Nachlassen und sich weiterhin für rechtliche Verbesserungen für Pflegekinder und ihre Familien einsetzen.

Quelle: Pressemitteilung des PFAD Bundesverbandes der Pflege- und Adoptivfamilien e.V. vom 30.06.2017


04.07.2017
Insgesamt mehr als 23.000 Verfahren zur Kindeswohlgefährdung in Berlin und Brandenburg

Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 4.7.2017

Die Jugendämter in Berlin und Brandenburg führten 2016 über 23.000 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durch. Davon waren 15.444 Berliner und 7.696 Brandenburger Kinder und Jugendliche betroffen. Nach Informationen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg war das gegenüber dem Vorjahr in Berlin eine Steigerung von 7 Prozent und in Brandenburg von 6 Prozent.

Eine akute Gefährdung wurde in Berlin bei 24 Prozent der Kinder und Jugendlichen festgestellt. In diesen Fällen war eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes oder Jugendlichen bereits eingetreten oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten. In 28 Prozent der Fälle lag eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Dabei konnte die Frage nach der gegenwärtig tatsächlich bestehenden Gefahr nicht eindeutig beantwortet werden, aber es bestand weiterhin der Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung bzw. eine Kindeswohlgefährdung konnte nicht ausgeschlossen werden. In 27 Prozent der Fälle wurde zwar keine Gefährdung ermittelt, aber es bestand Hilfebedarf. In 21 Prozent der Fälle wurde keine Kindeswohlgefährdung festgestellt.

52 Prozent der akuten bzw. latenten Kindeswohlgefährdungen in Berlin betrafen Vernachlässigung, 19 Prozent körperliche und 26 Prozent psychische Misshandlungen. In 3 Prozent der Fälle mussten Verfahren wegen sexueller Gewalt eingeleitet werden. Je Fall sind mehrere Arten der Gefährdung möglich.

Während in Berlin jede zweite Einschätzung eine akute oder latente Gefährdung ergab, zeigte sich im Land Brandenburg ein anderes Bild: Hier führte nur jede dritte Gefährdungseinschätzung zu einem dieser Ergebnisse.

Bei 16 Prozent der Kinder und Jugendlichen lag eine akute und bei 16 Prozent eine latente Gefährdung vor. In 33 Prozent der Fälle wurde keine Gefährdung ermittelt, es bestand jedoch Hilfebedarf. In 35 Prozent (2.659) der Fälle wurde keine Kindeswohlgefährdung ermittelt.

In fast zwei Drittel (1.833) der Brandenburger Fälle, bei denen eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung festgestellt wurde, sind die Kinder und Jugendliche durch Vernachlässigung gefährdet. Anzeichen für körperliche und psychische Misshandlungen wurden in 467 bzw. 611 Fällen angegeben und eine Einschätzung, dass eine Gefährdung aufgrund sexueller Gewalt vorlag, betraf 85 Fälle.

Häufig informierten Verwandte, Bekannte und Nachbarn das Jugendamt (BE: 11 Prozent, BB: 14 Prozent). Auch anonyme Anzeigen gingen ein (BE: 7 Prozent, BB: 16 Prozent). Über Polizei, Gericht und Staatsanwaltschaft wurden in Berlin 26 Prozent und in Brandenburg 17 Prozent der Verfahren initiiert. In 18 Prozent der Berliner und in 10 Prozent der Brandenburger Fälle waren die Kita bzw. Tagespflegeperson oder die Schule die Auslöser. 9 Prozent der Berliner und 10 Prozent der Brandenburger Verfahren wurden durch die Minderjährigen bzw. Eltern oder Erziehungsberechtigten selbst angestoßen.

Als Folge der Gefährdungseinschätzung wurden in Berlin für jedes fünfte und in Brandenburg für jedes vierte Kind ambulante oder teilstationäre Hilfen zur Erziehung neu eingeleitet bzw. geplant. Unterstützung nach §§ 16-18 SGB VIII wurde für 2.134 Fälle in Berlin und 612 Fälle in Brandenburg gewährt. Hierbei handelt es sich um Leistungen zur allgemeinen Förderung der Erziehung in der Familie und Beratung in Fragen der Partnerschaft, Trennung oder Scheidung. 782 Berliner und 498 Brandenburger Kinder oder Jugendliche wurden im Rahmen der vorläufigen Schutzmaßnahmen in Obhut genommen. In 894 Fällen in Berlin und 655 Fällen in Brandenburg musste das Familiengericht angerufen werden.

Weitere Ergebnisse der Gefährdungseinschätzungen nach § 8a SGB VIII für die Länder Berlin und Brandenburg beinhaltet der Statistische Bericht K V 10 zum kostenfreien Herunterladen unter: www.statistik-berlin-brandenburg.de.

Quelle: Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg Nr. 160 vom 4. Juli 2017


20.06.2017
Pflegefamilien aus ganz Deutschland demonstrierten für eine Verbesserung der Situation von behinderten Pflegekindern

Bei einer Kundgebung vor dem Brandenburger Tor am 20. Juni 2017 wurde in Podiumsgesprächen mit Fachkräften, Pflegeeltern und Politikern die besondere Situation von Pflegefamilien, die ein Kind mit einer Behinderung betreuen, dargestellt und Unterstützungsbedarf angemeldet. Fazit der verschiedenen Beiträge war, dass für Kinder mit einer Behinderung die Betreuung in einer Pflegefamilie optimale Entwicklungsbedingungen bieten kann, jedoch fehlt es hier an gesetzlichen Rahmenbedingungen und einer entsprechenden Verankerung zur Förderung dieser Hilfeform.

Nach der Kundgebung ging ein Demonstrationszug zum Platz der Republik. Die Bundesfamilienministerin Dr. Katarina Barley war eingeladen worden und hatte ihre Teilnahme zugesagt. Die Vorsitzende des Bundesverbandes behinderter Pflegekinder e.V., Kerstin Held, überreichte der Bundesfamilienministerin symbolisch einen Erste-Hilfe-Koffer mit Vorschlägen für Sofortmaßnahmen. Die Ministerin sagte zu, sich in allen Gremien für eine Verbesserung einzusetzen und bot weitere Gespräche an.


(Fotos: Hans Thelen)

Die Veranstaltung war insgesamt sehr gelungen und es wurde eine Thematisierung in der Fachwelt, der Politik und der breiteren Öffentlichkeit erreicht.

Vielen Dank an den Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V. für die Organisation und Durchführung.

>>> Weitere Fotos von der Kundgebung und Demonstration auf der Seite www.arbeitskreis-pflegekinder.de


30.05.2017
Demonstration von Pflegefamilien für die Rechte behinderter Kinder

Dienstag, 20. Juni 2017 um 14 Uhr in Berlin am Brandenburger Tor

In aktuellen Gesetzentwürfen werden Pflegekinder mit Behinderung erneut außer Acht gelassen, obwohl dringender Handlungsbedarf besteht.

Seit mehr als drei Jahrzehnten setzen sich der Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V., zahlreiche Selbsthilfeorganisationen sowie freie und öffentliche Jugendhilfeträger für die gesetzliche Verankerung dringend notwendiger Verbesserungen der Rechte von Kindern mit Behinderungen in Pflegefamilien ein. Bislang vergeblich!

Um Politik und Öffentlichkeit auf diese Missstände hinzuweisen und um Abänderung zu schaffen, findet am Dienstag, 20. Juni 2017, um 14 Uhr eine Demonstration am Brandenburger Tor in Berlin unter der Federführung des Bundesverbandes behinderter Pflegekinder e.V. statt.

Der Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V. ruft alle Pflegefamilien in Deutschland mit Kindern mit Beeinträchtigungen, Behinderungen, chronischen Erkrankungen oder schweren Traumatisierungen auf, an der Demonstration teilzunehmen und ihre Forderungen zum Ausdruck zu bringen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite >>>www.bbpflegekinder.de


26.04.2017
Nählabor für 8- bis 14-jährige Berliner Pflegekinder

Näh dir dein Leben bunter
Hast du Lust, mit Nadel, Faden oder Nähmaschine unter fachkundiger Anleitung tolle Sachen aus Stoff herzustellen? Dann bist du herzlich eingeladen, am Nählabor von Patenkinder Berlin teilzunehmen.

Flyer zum Nählabor für Pflegekinder

Info und Anmeldung
Patenkinder Berlin

Familien für Kinder gGmbH
Tel. 030 / 21002128
Mail: info@familien-fuer-kinder.de

>>> Flyer im PDF-Format


25.04.2017
Fachtagung: Pflegefamilie und dann? Careleaver im Übergang

am 19. Juni 2017 in Berlin

Bisher wurde das Thema Leaving Care, der Übergang aus stationären Hilfen in Deutschland, vor allem mit dem Fokus auf die stationäre Heimerziehung bearbeitet. Mit dieser Tagung möchten das Careleaver Kompetenznetz der Familien für Kinder gGmbH und das Kompetenz-Zentrum Pflegekinder e.V. den Blick auf die Vollzeitpflege ausweiten.

Die Anmeldefrist wurde jetzt verlängert. Sie können sich bis zum 31.05.2017 anmelden.

>>> Fachtagungsflyer (pdf)

>>> Online-Programm und Anmeldung


12.04.2017
Bundeskabinett beschließt einen Gesetzentwurf zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen

Der Gesetzentwurf sieht Verbesserungen beim Kinderschutz, bei der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, die Stärkung der Pflegekinder und ihrer Familien sowie die inklusive Betreuung in Kitas vor.

Mit dem Gesetz will die Bundesregierung u.a. die Lebenssituation von Pflegekindern durch mehr Sicherheit, Stabilität und Kontinuität verbessern: „Mit der Reform des Kinder- und Jugendhilfegesetzes setzen wir da an: Wir stellen die Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt“, so Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig. „Die Unterstützung der Pflegefamilien wird verbessert und die Arbeit mit den Herkunftseltern gestärkt. Außerdem erhält das Gericht die Möglichkeit, den dauerhaften Verbleib in der Pflegefamilie anzuordnen, wenn eine Verbesserung der Erziehungsverhältnisse in der Herkunftsfamilie weder erreicht wurde noch zu erwarten sind.“

Für jedes Kind bedeutet Trennungsangst emotionalen Stress. Gerade Pflegekinder, die meist hoch belastet in einer Pflegefamilie untergebracht werden, sind aber einem hohen Risiko von Beziehungsabbrüchen, Bindungsverlusten und Brüchen im Lebenslauf ausgesetzt.

„Kinder brauchen Sicherheit. Sie brauchen Verlässlichkeit und Stabilität. Jedes Kind muss wissen: Wo komme ich her? Wo gehöre ich hin und wo kann ich mich sicher und geschützt fühlen. Ich finde es kaum zu ertragen, wenn Pflegekinder zurück in ihre Herkunftsfamilien müssen und dort wiederholt schwere Gewalt erleben, und in manchen Einzelfällen – wir kennen alle die traurigen Geschichten – sogar sterben. Das darf nicht passieren“, sagt Manuela Schwesig.

Der Gesetzesentwurf wird jetzt dem Bundestag zum Beschluss vorgelegt und dann muss der Bundesrat noch zustimmen.

>>> Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums vom 12.04.2017 (PDF)

>>> Gesetzentwurf vom 12.04.2017 (PDF)


23.03.2017
Referentenentwurf eines Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG)

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat am 17.03.2017 einen Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (Kinder- und Jugendstärkungsgesetz – KJSG) den Ländern und Verbänden zur Stellungnahme vorgelegt. Im Vergleich zu den vorher bekannt gewordenen Gesetzesentwürfen sind einige kritisierte Punkte weggefallen.

Das Deutsche Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e.V. (DIJuF) hat auf seinem Internetportal einen Bereich mit aktuellen Informationen & Diskussionen zur SGB VIII-Reform eingerichtet http://kijup-sgbviii-reform.de und den Entwurf und eine Synopse veröffentlicht:
>>> Gesetzesentwurf vom 17.03.2017 mit Begründung
>>> Synopse

Stellungnahmen

Der PFAD Bundesverband e.V. hat gemeinsam mit dem Bundesverband behinderter Pflegekinder e.V., der Agenda Pflegefamilien und dem Aktionsbündnis Kinder mit Behinderungen in Pflegefamilien eine Stellungnahme zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung von Kindern und Jugendlichen (Kinder- und Jugendstärkungsgesetz KJSG) erarbeitet und an das BMFSFJ gesandt.

Da aufgrund der knappen Fristsetzung zur Stellungnahme eine vertiefte Analyse der vorgelegten Änderungsvorschläge nicht möglich war, greift das Papier erst einmal die aus der Sicht der Pflegekinderhilfe wichtigsten Fragen und Konsequenzen auf.

>>> Stellungnahme der Adoptiv- und Pflegefamilienverbände zum Referentenentwurf des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG)

Das Careleaver Kompetenznetz hat eine Stellungnahme mit dem Fokus auf die Situation ehemaliger Pflege- und Heimkinder, die am Jugendhilfeende vor der Verselbstständigung stehen, abgegeben.

>>> Stellungnahme des Careleaver Kompetenznetzes zum Referentenentwurf des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG)

>>> Weitere Stellungnahmen auf der Seite des DIJuF


16.02.2017
Einladung zum dritten Brandenburger Careleaver-Netzwerk-Treffen vom 21.04. bis 23.04.2017

In Havelaue / Ortsteil Gülpe veranstaltet das Careleaver-Kompetenznetz vom 21. bis 23. April 2017 das dritte Brandenburger Careleaver-Netzwerk-Treffen für junge Menschen aus Berlin und Brandenburg (ab 17 Jahren), die sich im Übergang von stationärer Jugendhilfe/Pflegefamilie in die Verselbstständigung befinden oder den Übergang bereits geschafft haben.

>>> Weitere Informationen und Anmeldung (bis zum 01. April 2017)


19.01.2017
Kreativwerkstatt für Pflegekinder am 11.02.2017

Die Faschingszeit kommt näher und damit auch Eure Faschingspartys in der Schule, im Hort oder zu Hause mit Freunden. Bei uns könnt ihr damit beginnen, Euer eigenes Kostüm zu gestalten. Wir wollen mit Euch Faschingsmasken aus Papier bemalen, bekleben und mit verschiedenen Materialien schmücken.

Kreativwerkstatt am 11.02.2017 von 14:00 bis 17:00 Uhr
bei Familien für Kinder in der Stresemannstr. 78

Die Kosten für die Teilnahme betragen 20,- € und können über die Entlastungsleistungen nach § 45b SGB XI abgerechnet werden.

Weitere Informationen auf der >>> Webseite von Patenkinder Berlin


05.01.2017
Fachzeitschrift Pflegekinder Heft 2/2016 ist erschienen

Titelblatt der Fachzeitschrift "Pflegekinder" 2/2016Themen zur Vollzeitpflege

  • 1zu1 für FlüchtlingsKinder - Ein neues Projekt der Familien für Kinder gGmbH
  • Förderung ehrenamtlicher Vormundschaften für junge Geflüchtete - Werkstattbericht aus einem bundesweiten Modellprojekt
  • Neues aus dem Fortbildungszentrum der Familien für Kinder gGmbH
  • Niemandskind?
  • Weißt Du eigentlich, wer ich bin … ? - Pflegekinder und Pflegefamilien im kulturellen Spannungsfeld.
  • Affen, Tiger und Kamele - Pflegekinder entdeckten wilde Tiere aus der ganzen Welt auf dem 16. Berliner Pflegefamilientag
  • Eindrücke vom Malworkshop mit Pflegekindern und Freunden
  • Kreativwerkstatt von Patenkinder Berlin startete erfolgreich
  • Die erste eigene Wohnung – Was ist zu tun, was zu beachten?
  • SGB-VIII-Novellierung und ein inklusives Kinder- und Jugendhilfegesetz – Zwischenruf der Erziehungshilfefachverbände zum Reformprozess!
  • Pauschalbeträge in der Vollzeitpflege für 2017 - Empfehlungen des Deutschen Vereins
  • Eingetragene Lebenspartnerschaft als Vormund - Urteil des Amtsgerichts München
  • Erziehungsgeld bei freiwillig Versicherten keine Einnahme, die bei freiwillig Kranken- und Pflegeversicherten der Beitragspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung unterliegt
  • Literaturhinweise:
    Herzwurzeln – Ein Kinderfachbuch für Pflege- und Adoptivkinder
    Pflegefamilien als soziale Familien, ihre rechtliche Anerkennung und aktuelle Herausforderungen
  • Download: Fachzeitschrift Pflegekinder 2/2016 als PDF-Dokument

02.12.2016
"Dein Hilfeplangespräch ist wichtig!" - Tipps und Erfahrungen von Careleavern

Das Careleaver-Kompetenznetz der Familien für Kinder gGmbH hat einen neuen Flyer zum Hilfeplangespräch herausgegeben. Der Flyer wurde gemeinsam mit Careleavern beim Careleaver-Netzwerktreffen erarbeitet und enthält die Erfahrungen und Tipps von Careleavern.

>>> Flyer Fakten für Careleaver 02: Hilfeplan

16.11.2016
Kreativwerkstatt startete erfolgreich – Herzliche Einladung zu den nächsten Terminen am Samstag, 3.12.2016 und 7.1.2017

Am 2. November eröffnete unsere Kreativwerkstatt für Pflegekinder mit einer Herbstbastelaktion. Die Pflegekinder und auch ein afghanisches Mädchen aus unserem Patenprojekt 1zu1 für Flüchtlingskinder schnitten, klebten und falteten Fensterbilder und Windräder in allen Farben. Nebenbei blieb noch genug Zeit zum Erzählen und für spontane gemeinsame Spiele. Die Kinder nutzten die Möglichkeit einander kennenzulernen und miteinander Spaß zu haben. Da wurde Verstecken gespielt und viel gekichert. Und genau dafür ist unsere Kreativwerkstatt auch gedacht: Zum gemeinsam kreativ werden und Spaß haben.

Die Angebote werden von einer festen Gruppe von Ehrenamtlichen vorbereitet. Neben Basteleien ist eine Nähwerkstatt geplant, sowie die Gestaltung eines Riesendinos aus Pappmaché. Für die Kinder hat das den Vorteil, dass sie an einer Entwicklung teilhaben, die sich wie ein roter Faden durch die verschiedenen Treffen zieht. Am Ende diese Prozesses steht ein besonderes gemeinsames oder auch individuelles Ergebnis. Die Kinder haben während des Verlaufs die Möglichkeit einander kennenzulernen und miteinander zu einer Gruppe zusammenzuwachsen, in der auch Freundschaften entstehen können.

Aus der Erfahrung anderer Projekte wissen wir, dass es für Pflegekinder viel einfacher ist Kontakte zu knüpfen, wenn die Bezugsgruppe ebenfalls hauptsächlich aus Pflegekindern besteht. Alle verbindet die besondere Geschichte ihrer Herkunft und so braucht hier niemand zu erklären, warum er/sie z.B. einen anderen Nachnamen als die Eltern hat. Von Treffen zu Treffen können sich die Kinder auf die Gruppe und auf das Wiedersehen freuen. Es entsteht ein weiterer stabilisierender Faktor im Leben der Pflegekinder, der noch dazu mit viel Lebensfreude verbunden ist. Die Kreativwerkstatt wird auch immer mal wieder Ausflüge unternehmen, um andere kreative Angebote in Berlin zu erkunden oder um einfach zusammen etwas zu erleben.

Weil für viele Pflegefamilien ein Wochenendtermin besser zu realisieren ist, findet die Kreativwerkstatt ab jetzt immer am ersten Samstag im Monat (außer in den Ferien) bei Familien für Kinder in der Stresemannstr. 78 statt. Sie dauert in der Regel drei Stunden. Die Pflegeeltern brauchen nicht anwesend zu sein und können diese Zeit für ihre eigenen Interessen nutzen.

Unser nächster Termin ist das Weihnachtsbasteln am Samstag, den 3.12.2016 von 12 bis 15 Uhr. Alle Berliner Pflegekinder von 6 bis 12 Jahren sind herzlich eingeladen, mitzuwerkeln und sich an verschiedenen Basteleien rund um die Themen Winter und Weihnachten auszutoben. Auch ein eigenes Lebkuchenhaus kann gestaltet werden!

Unser erster Termin im neuen Jahr ist Samstag, der 7. Januar. Wir treffen uns von 15 bis 18 Uhr in den Räumen von Fa­milien für Kinder.

Die Kosten für die Teilnahme betragen 20 € oder können über die zusätzlichen Betreuungsleistungen nach § 45 SGB XI abgerechnet werden.

Aktuelle Informationen zu unseren Kreativwerkstätten finden Sie auf unserer Website unter dem Link:
http://www.patenkinder-berlin.de/index.php?article_id=17

Bitte anmelden unter:
Jutta Ringel, Tel.: 030 / 21002128
Mail: ringel@familien-fuer-kinder.de

05.10.2016
Studie: Erfahrungen und Belastungen von Bereitschaftspflegeeltern

Für eine Studie werden Bereitschaftspflegeeltern gesucht, die bereit sind, in einem Online-Fragebogen über ihre Erfahrungen und auch Belastungen zu berichten. Mit ihrer Unterstützung und Erfahrung helfen die teilnehmenden Bereitschaftspflegeeltern dabei, die aktuelle Ausgestaltung der Bereitschaftspflege praxisnah zu reflektieren und den Bereich der Bereitschaftspflege künftig hinsichtlich der Beratungsangebote für alle Beteiligten und der Rahmenbedingungen bestmöglich zu gestalten und die Handlungsabläufe sowohl in den Bereitschaftspflegefamilien als auch im Jugendamt zu optimieren.

Bei dieser Studie handelt es sich um ein Kooperationsprojekt der Forschungsgruppe PETRA (Hessen), der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm, dem Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht und der Universität Bremen (Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation).

Die Erhebungsphase ist am 15.09.2016 gestartet und dauert bis zum 30.11.2016.

Teilnahme unter: http://studie-bereitschaftspflege.weebly.com

29.09.2016
Affen, Tiger und Kamele - Pflegekinder entdeckten wilde Tiere aus der ganzen Welt

Am Sonntag, 18.09.2016 fand der 16. Berliner Pflegefamilientag im Tier­park Berlin in Lichtenberg statt, einem der größten Tierparks in Europa mit mehr als 6.500 Tieren.

Foto vom Pflegefamilientag 2016

Die Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro und die Bezirksstadträtin für Jugend und Gesundheit, Dr. Sandra Obermeyer dankten bei der Eröffnung den Pflegeeltern für die Bereitschaft, ein Pflegekind in ihrer Familie zu be­treuen und diesem Liebe und Geborgenheit zu schenken.

Bei der Eröffnung begrüßte auch der Zoo-Direktor Dr. Andreas Knieriem die Pflegefamilien und freute sich, dass so viele Gäste in den Tierpark ge­kommen waren. Von der Berliner Sparkasse überreichte Thomas Ross­mann einen Scheck über 10.000 Euro und trug so mit dazu bei, dass der Pflegefamilientag in dieser Form stattfinden konnte.

Foto vom Pflegefamilientag 2016

Zoo-Direktor Dr. Andreas Knieriem, Bezirksstadträtin Dr. Sandra Obermeyer, Waltraud Viet (Horizonte für Familien gGmbH), Peter Heinßen (Familien für Kinder gGmbH), Thomas Rossmann (Berliner Spar­kasse) und die Bezirksbürgermeisterin Birgit Monteiro bei der Eröffnung des Pflegefamilientages.

Mit ca. 1.850 Besuchern war dies der besucherstärkste Pflegefamilientag. Bei schönem Wetter nutzten die Berliner Pflegefamilien begeistert die Spiel- und Informationsangebote der Jugendämter und freien Jugendhil­feträger, um sich dann bei einem Rundgang von der Tierwelt beeindru­cken zu lassen: Affen, Tiger und Kamele und ... und Elefanten natürlich.

Weitere Fotos finden Sie hier: www.pflegefamilientag-berlin.de

02.08.2016
Unbegleitete Einreisen Minderjähriger aus dem Ausland lassen Inobhutnahmen 2015 erheblich ansteigen

Im Jahr 2015 hat die Zahl der Minderjährigen, die aufgrund einer unbegleiteten Einreise aus dem Ausland in Obhut genommen wurden, erheblich zugenommen. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, kamen 2015 rund 42.300 Kinder und Jugendliche ohne Begleitung einer sorgeberechtigten Person über die Grenze nach Deutschland, das waren fast 30.700 Minderjährige oder 263 % mehr als im Vorjahr. Rund 38.700 dieser jungen Menschen (91 %) waren männlich, dagegen reisten nur etwa 3.600 Mädchen unbegleitet nach Deutschland ein.

Von den 42.300 eingereisten unbegleiteten Minderjährigen haben im Jahr 2015 laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) nach derzeitigem Stand rund 22.300 (53 %) einen Asylantrag gestellt.

Insgesamt haben im Jahr 2015 die Jugendämter in Deutschland gut 77.600 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Das waren knapp 29.600 Minderjährige beziehungsweise 62 % mehr als im Vorjahr.

Die Inobhutnahmen aufgrund von Überforderung der Eltern, Schul- und Ausbildungsproblemen oder Suchtproblemen des Kindes/Jugendlichen sind im Vergleich zum Vorjahr um 1.100 Fälle beziehungsweise 3 % zurückgegangen.

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 02.08.2016

>>> www.destatis.de

 

22.07.2016
Fachzeitschrift Pflegekinder Heft 1/2016 ist erschienen

Titelblatt der Fachzeitschrift "Pflegekinder" 1/2016Themen zur Vollzeitpflege

  • Neues aus dem Fortbildungszentrum der Familien für Kinder gGmbH: Erwachsenenbildung macht gesünder und selbstbewusster
  • Der Boys’Day bei Familien für Kinder
  • Kampagnenstart „Pflegefamilien mit Migrationshintergrund gesucht“
  • Children far away from home – Ein Berliner Projekt zur Unterbringung von minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen in Pflegefamilien
  • Gastfamilien, Vormundschaften und Patenschaften für junge Flüchtlinge
  • Jugendliche Flüchtlinge in Gastfamilien – Eine Handreichung für Fachkräfte
  • Elternwille bestimmt Religionszugehörigkeit des Kindes
  • Hilfen beim Übergang von Careleavern aus Pflegefamilien in die Selbstständigkeit
  • Interview mit der Careleaverin Roxan
  • „Careleaver gehen voraus!“ Interview mit dem Careleaver Robin
  • Für einen gelingenden Übergang aus der Jugendhilfe in ein selbstständiges Leben:
    16 Handlungsempfehlungen für Jugendhilfeträger
  • Zweites Brandenburger Careleaver-Netzwerk-Treffen für junge Menschen aus Berlin und Brandenburg
  • Berliner Pflegefamilientag am 18.09.2016 im Tierpark Berlin
  • Neue Broschüren
    „Zum ersten Mal (Pflege) Eltern – Informationen und Tipps“
    „Die Rechte von Pflegekindern“
    „Deine Rechte im Hilfeplanverfahren“
    „Fetale Alkoholspektrumstörung – und dann?" Ein Handbuch für betroffene Jugendliche und junge Erwachsene
    „Durchblick. Infos für deinen Weg aus der Jugendhilfe ins Erwachsenenleben“
    „Eltern bleiben – trotz alledem“
    Expertisen aus dem Dialogforum Pflegekinderhilfe
  • Download: Fachzeitschrift Pflegekinder 1/2016 als PDF-Dokument
19.07.2016
Erziehungsbeitrag darf nicht von den Krankenversicherungen als Einkommen bestimmt werden – Urteil des Landessozialgerichtes Berlin-Brandenburg.

Der Arbeitskreis zur Förderung von Pflegekindern e.V. in Berlin setzte sich ein.

Mit dem Urteil L 1 KR 140/14 vom 11.03.2016 hat das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg (Ebene OLG) das Urteil des Sozialgerichtes Berlin (S 182 KR 859/13) vom 25.05.2014 aufgehoben. Die beklagte Krankenkasse hatte den Erziehungsbeitrag als Einkommen der Pflegemutter bestimmt und dafür Krankenkassenbeitrag erhoben. Das Sozialgericht hat in erster Instanz diese Vorgehensweise bestätigt. Durch das Landessozialgericht (zweite Instanz) wurde das Urteil des Sozialgerichtes aufgehoben.

In seiner Begründung schreibt das Landessozialgericht unter anderem, dass die Leistungen die Kosten der Erziehung abdecken und entsprechend des § 39 SGB VIII nicht die Pflegeperson der Leistungsberechtigte ist, sondern das Kind bzw. der Personensorgeberechtigte. „Im Übrigen ist das Erziehungsgeld auch im Rahmen des SGB II und SGB XII von der Berücksichtigung als Einnahme zum Lebensunterhalt ausgeschlossen.“

Dieses Urteil ist inzwischen rechtskräftig. Als Teil der Rechtsprechung entfaltet dieses Urteil bundesweite Bedeutung. Damit gibt es erstmalig eine Rechtsquelle, die auch in anderen ähnlichen Verfahren angegeben werden kann.

Der Arbeitskreis zur Förderung von Pflegekindern e.V. hat dieses Gerichtsverfahren erst ermöglicht, da er seinem Mitglied einen Prozesskostenzuschuss, aufgrund der allgemeinen Bedeutung, gewährte.

Das Urteil können Sie hier einsehen:
www.gerichtsentscheidungen.berlin-brandenburg.de

19.07.2016
Ehrenamtliche für Flüchtlingspatenschaften gesucht

Familien für Kinder hat ein neues Projekt gestartet: "1zu1 Für FlüchtlingsKinder".

Hier werden Patenschaften vermittelt zwischen Ehrenamtlichen und Flüchtlingskindern, die gemeinsam mit ihren Familien in einem Heim in Marienfelde wohnen.

Das Patenschaftsprojekt "1zu1 Für FlüchtlingsKinder" sucht ab sofort Ehrenamtliche, die Zeit und Lust haben, sich im Rahmen einer Patenschaft für ein Flüchtlingskind oder einen Jugendlichen zu engagieren.

Vielleicht haben Sie Interesse, oder Sie kennen jemanden, für die/den das Angebot in Frage kommt, dann würden wir uns sehr freuen, wenn Sie das beigefügte Infoblatt weitergeben.

>>> Info-Blatt "1zu1 Für FlüchtlingsKinder"

Kontakt:
Jutta Ringel
E-Mail: ringel@patenkinder-berlin.de
Tel.: 030 / 21 00 21 28

12.07.2016
Im Jahr 2015 leiteten Berliner Jugendämter 14.441 Verfahren zur Kindeswohlgefährdung ein

Wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg informiert, wurde im Jahr 2015 in Berlin für 14.441 Kinder und Jugendliche ein Verfahren zur Gefährdungseinschätzung nach § 8a Abs. 1 SGB VIII vorgenommen. Gegenüber 2014 ist das eine Steigerung von 22,7 Prozent (2014: 11.772).

Eine akute Gefährdungseinschätzung wurde bei 3.450 Kindern und Jugendlichen (23,9 Prozent) festgestellt. In diesen Fällen ist eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes oder Jugendlichen bereits eingetreten oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten.

In 4.389 Fällen (30,4 Prozent) lag eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Dabei konnte die Frage nach der gegenwärtig tatsächlich bestehenden Gefahr nicht eindeutig beantwortet werden, aber es besteht weiterhin der Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung bzw. eine Kindeswohlgefährdung kann nicht ausgeschlossen werden.

Bei 3.626 Fällen (25,1 Prozent) wurde zwar keine Gefährdung ermittelt, es bestand jedoch Hilfebedarf und in 2.976 Fällen (20,6 Prozent) wurde keine Kindeswohlgefährdung festgestellt.

62,5 Prozent der akuten bzw. latenten Kindeswohlgefährdungen betrafen Vernachlässigung. 19,4 Prozent betrafen körperliche und 30,4 Prozent psychische Misshandlungen. In 3,5 Prozent der Fälle mussten Verfahren wegen sexueller Gewalt eingeleitet werden. Hierbei sind für ein Kind mehrere Arten der Gefährdungsmeldung möglich.

Häufig erfolgte das Bekanntwerden von Kindeswohlgefährdungen durch Verwandte, Bekannte und Nachbarn (11,7 Prozent) oder auch anonym (7 Prozent). Über Polizei, Gericht und Staatsanwaltschaft wurden 28 Prozent der Verfahren initiiert. In 16,8 Prozent der Fälle waren die Kita bzw. Tagespflegeperson oder die Schule die auslösende Einrichtung. 9,8 Prozent der Verfahren wurden von den Minderjährigen bzw. Eltern oder Erziehungsberechtigten selbst angestoßen. Von Seiten des medizinischen Personals, der Gesundheitsämter oder Hebammen erfolgten in 5,3 Prozent der Fälle Informationen an die Jugendämter.

Als Folge der Gefährdungseinschätzung wurden für 2.107 Kinder und Jugendliche ambulante oder teilstationäre Hilfen zur Erziehung neu eingeleitet bzw. geplant. Unterstützung nach §§ 16-18 SGB VIII wurde für 2.608 Fälle gewährt. Hierbei handelt es sich um Leistungen zur allgemeinen Förderung der Erziehung in der Familie und Beratung in Fragen der Partnerschaft, Trennung oder Scheidung. 763 Kinder oder Jugendliche wurden im Rahmen der vorläufigen Schutzmaßnahmen in Obhut genommen. In 820 Fällen musste das Familiengericht angerufen werden.

Quelle: Pressemitteilung Nr. 179 vom 12. Juli 2016, Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
https://www.statistik-berlin-brandenburg.de/pms/2016/16-07-12.pdf

27.06.2016
Neue Broschüre: "Zum ersten Mal (Pflege) Eltern - Informationen und Tipps"

Titelblatt Broschüre "Zum ersten Mal (Pflege)Eltern"Wie der Titel schon vermuten lässt, richtet sich unsere Broschüre in erster Linie an Pflegeeltern, die zum ersten Mal Eltern werden. Neben ganz allgemeinen Themen, die eine Rolle spielen, wenn man eine Familie gründet, wie bspw.: "Was ist zu tun, um das Zuhause kindgerecht zu gestalten?", geht es inhaltlich auch um ganz spezifische Themen, die nur bei der Aufnahme eines Pflegekindes eine Rolle spielen. Darüber hinaus haben wir auch Fragen aufgenommen, welche uns von "neuen" Pflegeeltern häufig gestellt werden.

In der Anfangszeit kommen viele Eindrücke und Informationen auf neue Pflegeeltern zu und in diesem "Trubel" können wichtige Infos durchaus auch einmal verloren gehen. Daher möchten wir Pflegeeltern in dieser sehr aufregenden Zeit mit dieser Broschüre unterstützen.

Entstanden ist ein Fundus an Informationen, der allen neuen Pflegeeltern und auch den beteiligten Fachkräften eine gute Orientierung geben kann. Sehr praktisch ist die "kleine Checkliste für neue Pflegeeltern", die sich im Anhang der Broschüre befindet und in der noch einmal die wichtigsten Dinge, die in der Anfangszeit zu beachten sind, aufgelistet sind.

Wir hoffen, dass es uns mit dieser Broschüre gelungen ist, viele brauchbare Anregungen und Tipps für neu gegründete Pflegefamilien zu bündeln. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern eine interessante Lektüre.

Für Berliner Interessenten, Pflegeeltern und Fachkräfte ist die Broschüre kostenfrei und kann bei Familien für Kinder bestellt werden. Als PDF-Dokument kann sie hier heruntergeladen werden:

>>> Broschüre: "Zum ersten Mal (Pflege) Eltern - Informationen und Tipps" als PDF

Ihr Familien-für-Kinder-Team

20.06.2016
Einladung zum zweiten Brandenburger Careleaver-Netzwerk-Treffen vom 09. bis 11.09.2016

In der Nähe von Rathenow veranstaltet das Careleaver-Kompetenznetz vom 09. bis 11. September 2016 das zweite Brandenburger Careleaver-Netzwerk-Treffen für junge Menschen aus Berlin und Brandenburg (ab 17 Jahren), die sich im Übergang von stationärer Jugendhilfe/Pflegefamilie in die Verselbstständigung befinden oder den Übergang bereits geschafft haben.

Das Netzwerk-Treffen bietet die Möglichkeit, sich über Erfahrungen in Pflegefamilien und Heimen und zum Übergang in Ausbildung/Studium und Beruf auszutauschen und Ideen zur besseren Gestaltung der Übergänge und zu Bildungschancen zu sammeln.

>>> Weitere Informationen und Anmeldung (bis zum 02. September 2016)

14.03.2016
Jugendsenatorin Sandra Scheeres startete neue, mehrsprachige Plakatkampagne "Pflegefamilien mit Migrationshintergrund gesucht"

Am 14. März 2016 startete die Jugendsenatorin Sandra Scheeres eine berlinweite Informationskampagne der Familien für Kinder gGmbH mit mehr als 100 Großflächenplakaten, um auch Pflegeeltern mit Migrationshintergrund zu gewinnen.

Foto vom Start der Kampagne "Pflegefamilien mit Migrationshintergrund gesucht"

Pflegeeltern mit Migrationshintergrund und Fachkräfte der Berliner Pflegekinderhilfe mit der Jugendsenatorin Sandra Scheeres und Peter Heinßen (Geschäftsführer der Familien für Kinder gGmbH) beim Kampagnenstart

Berlin sucht immer neue Pflegefamilien für Kinder, welche aus unterschiedlichen Gründen nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können. Etwa 2.800 Kinder und Jugendliche leben zurzeit in Berlin in einer Pflegefamilie, viel mehr Kinder und Jugendliche leben jedoch in Einrichtungen. Um mehr Kindern die Möglichkeit zu geben, in einer Familie aufzuwachsen, werden mehr Pflegefamilien in Berlin gebraucht.

Die Plakatkampagne wendet sich mit zwei Motiven an die vier in Berlin lebenden größten Migrantengruppen. „Pflegekinder bringen Lebendigkeit in die Familie“ lautet das Motto. Dieses steht nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Türkisch, Russisch, Polnisch und Englisch auf den Plakatwänden.

Auf der Webseite www.pflegekinder-berlin.de stehen für Familien mit Migrationshintergrund auch Seiten in Türkisch, Polnisch, Russisch und Englisch zur Verfügung. Neben dem allgemeinen Informationsabend bietet Familien für Kinder gGmbH auch einen speziellen Informationsabend für Interessierte mit Einwanderungsgeschichte an. Dieser richtet sich vor allem an Personen mit geringen Deutschkenntnissen und wird in einer kleinen Runde gehalten.

Information und Anmeldung unter: www.pflegekinder-berlin.de

09.03.2016
Pflegefamilien mit Migrationshintergrund gesucht

Einladung zum Kampagnenstart

Berlin sucht immer neue Pflegefamilien für Kinder, welche aus unterschiedlichen Gründen nicht bei ihren leiblichen Eltern aufwachsen können. Etwa 2.800 Kinder und Jugendliche leben zurzeit in Berlin in einer Pflegefamilie, viel mehr Kinder und Jugendliche leben jedoch in Einrichtungen. Um mehr Kindern die Möglichkeit zu geben, in einer Familie aufzuwachsen, werden mehr Pflegefamilien in Berlin gebraucht.

Auch für unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA), die aktuell nach Berlin kommen, können Pflegefamilien, mit einem passenden kulturellen und sprachlichen Hintergrund, eine gute Alternative in der Betreuung und Unterbringung sein.

Um mehr Pflegefamilien mit Migrationshintergrund zu gewinnen, startet Jugendsenatorin Sandra Scheeres am Montag, dem 14. März, eine stadtweite, mehrsprachige Plakatkampagne. „Pflegekinder bringen Lebendigkeit in die Familie“ lautet das Motto. Dieses steht nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Türkisch, Russisch, Polnisch und Englisch auf den Plakatwänden.

Alle Medienvertreter sind herzlich eingeladen, bei dieser Auftaktveranstaltung dabei zu sein.

Montag, 14. März um 09:30 Uhr
Plakatwand vor der Mansteinstraße 10 in Schöneberg.

Für Fragen und Einzelinterviews stehen Ihnen Senatorin Sandra Scheeres sowie mehrere Experten und Expertinnen von Jugendämtern und freien Trägern der Pflegekinderhilfe gerne zur Verfügung.

Sandra Scheeres: „Ich wünsche mir eine große Resonanz auf diese Kampagne, damit noch mehr Kinder, die nicht bei ihren leiblichen Eltern leben können, ein neues Zuhause in einer neuen Familie finden.“

Für Familien mit Migrationshintergrund, die nähere Informationen zum Thema Pflegekinder suchen, stehen übrigens seit kurzem auch mehrsprachige Internetseiten zur Verfügung, in Türkisch, Polnisch, Russisch und Englisch: www.pflegekinder-berlin.de

>>> Hintergrundinformationen zur Plakatkampagne von Familien für Kinder (PDF)