
Die Veranstaltung ist kostenlos.
Woher komme ich und wie wurde ich zu der Person, die ich bin? Das sind wichtige Fragen für die Identitätsbildung des Menschen. Bei Pflegekindern ist das „woher" oft mit schwierigen Verhältnissen und schmerzhaften Erinnerungen verknüpft. Nichtsdestotrotz gehören die Eltern zur weiteren Entwicklung dazu, auch wenn das Kind aus wichtigen Gründen nun in einer anderen Familie lebt.
Wie aber sollen die Eltern, wie können sie dazu gehören? Die Jugendhilfe bietet hierfür in ihrer bisherigen Praxis nur wenige fördernde Hilfestellungen. Aus dem Austausch mit heranwachsenden Pflegekindern wie auch aus der Careleaver-Forschung wissen wir, dass die Auseinandersetzung mit den Eltern eine herausfordernde Biografie-Arbeit bleibt, insbesondere aber dann, wenn hier zu wenig Wissen voneinander besteht, zu wenig Begegnung und Austausch stattfindet und zu wenig „weitere Erfahrungen“ die anfänglichen Erinnerungen ergänzen.
Die Eltern, die ihre Kinder an anderen Orten aufwachsen sehen müssen, haben neben anderen Lebensherausforderungen einen großen Verlust und Schmerz zu verarbeiten. Unsere Aufgabe ist, ihnen eine einladende Hand in die Jugendhilfe zu reichen, um gemeinsam einen Weg zu finden, wie sie weiter Anteil am Leben ihrer Kinder haben können. Gleichzeitig können die Kinder ihre Verortung in einem neuen 2-Familien-System besser verstehen und annehmen, wenn sie die Koordinaten dazu kennen und merken, wie sich alles auch aktiv von ihnen selbst weiterentwickeln und gestalten lässt.
Es gibt viele gute Methoden und Anlässe, die Eltern einzubinden und das 2-Familien-System insgesamt gut zu begleiten - zum Wohle der Kinder. Womit fangen wir an?
DOZENTIN:
Katrin Behrens
Kompetenzzentrum Pflegekinder e. V., kultur- und sozialpädagogische Arbeit mit Pflegekindern seit 2016, Schwerpunkte sind Kinderrechte, Beteiligung, Biografiearbeit und Careleaving.
Di., 06.10.2026, 18:00 Uhr
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