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21.07.2021
Bundesweit Höchststand an Kindeswohlgefährdungen

Die Jugendämter in Deutschland haben im Jahr 2020 bei fast 60.600 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung festgestellt. Das waren rund 5.000 Fälle oder 9 % mehr als 2019. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, haben die Kindeswohlgefährdungen damit im Corona-Jahr 2020 den höchsten Stand seit Einführung der Statistik im Jahr 2012 erreicht. Bereits in den beiden Vorjahren war die Zahl der Kindeswohlgefährdungen deutlich - und zwar um jeweils 10 % - gestiegen.

Neben einer zunehmenden Sensibilisierung der Bevölkerung für den Kinderschutz, können im Corona-Jahr 2020 auch die Belastungen von Familien infolge der Lockdowns und der Kontaktbeschränkungen ein Grund für die Zunahme gewesen sein. Gleichzeitig ist nicht auszuschließen, dass ein Teil der Fälle, etwa aufgrund von vorübergehenden Schulschließungen, unentdeckt geblieben ist. Die Behörden können nur solche Fälle zur Statistik melden, die ihnen bekannt gemacht wurden, wobei auch diese Zahl gewachsen ist: Bundesweit prüften die Jugendämter im Jahr 2020 knapp 194.500 Verdachtsmeldungen im Rahmen einer Gefährdungseinschätzung, das waren 12 % mehr als 2019 (+21.400 Fälle).

Jedes zweite Kind war jünger als 8 Jahre, jedes dritte jünger als 5 Jahre
Den neuen Ergebnissen zufolge war etwa jedes zweite gefährdete Kind jünger als acht Jahre (51 %) und jedes dritte sogar jünger als fünf Jahre (33 %). Während Jungen bis zum Alter von 13 Jahren etwas häufiger betroffen waren, galt dies ab dem 14. Lebensjahr für die Mädchen. Die meisten Minderjährigen wuchsen bei alleinerziehenden Elternteilen (43 %), bei beiden Eltern gemeinsam (38 %) oder einem Elternteil in neuer Partnerschaft auf (11 %). Etwa die Hälfte (49 %) der betroffenen Jungen und Mädchen hatte zum Zeitpunkt der Gefährdungseinschätzung bereits eine Leistung der Kinder- und Jugendhilfe in Anspruch genommen und stand somit schon in Kontakt zum Hilfesystem.

Vernachlässigung ist am häufigsten, psychische Misshandlungen steigen am stärksten
Die meisten der rund 60.600 Kinder mit einer Kindeswohlgefährdung wiesen Anzeichen von Vernachlässigung auf (58 %). Bei rund einem Drittel aller Fälle (34 %) wurden Hinweise auf psychische Misshandlungen – beispielsweise in Form von Demütigungen, Einschüchterungen, Isolierung und emotionale Kälte – gefunden. In etwas mehr als einem Viertel (26 %) der Fälle gab es Indizien für körperliche Misshandlungen und in 5 % Anzeichen für sexuelle Gewalt. Mehrfachnennungen waren hierbei möglich.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 350 vom 21. Juli 2021

Weitere Informationen unter: › www.destatis.de


20.07.2021
In Berlin und Brandenburg mehr Verfahren wegen Kindeswohlgefährdung im Jahr 2020

Im Jahr 2020 führten die Jugendämter in Berlin und Brandenburg 26.546 Verfahren zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls durch. Davon waren 18.471 Berliner und 8.075 Brandenburger Kinder und Jugendliche betroffen, teilt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mit.

In Berlin stieg die Anzahl der Verfahren gegenüber 2019 um 8 Prozent und in Brandenburg um 18 Prozent.

Akut gefährdet waren in Berlin 19 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen. In diesen Fällen war eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls des Kindes oder Jugendlichen bereits eingetreten oder mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten. In 26 Prozent der Fälle lag eine latente Kindeswohlgefährdung vor. Dabei konnte die Frage nach der gegenwärtig tatsächlich bestehenden Gefahr nicht eindeutig beantwortet werden, aber es bestand weiterhin der Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung bzw. eine solche konnte nicht ausgeschlossen werden. In 56 Prozent der Fälle wurde keine Gefährdung ermittelt, bei der Hälfte dieser Fälle bestand jedoch Unterstützungsbedarf.

80 Prozent der betroffenen Kinder in Berlin waren jünger als 14 Jahre. Rund jedes fünfte Kind sogar jünger als 3 Jahre.

53 Prozent der akuten bzw. latenten Kindeswohlgefährdungen in Berlin betrafen Vernachlässigung, 17 Prozent körperliche und 27 Prozent psychische Misshandlungen. In 3 Prozent der Fälle mussten Verfahren wegen sexueller Gewalt eingeleitet werden. Je Fall sind mehrere Arten der Gefährdung möglich.

686 Berliner Kinder oder Jugendliche wurden im Rahmen der vorläufigen Schutzmaßnahmen in Obhut genommen. In 1.254 Fällen in Berlin musste das Familiengericht angerufen werden.

Quelle: Pressemitteilung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg vom 19.07.2021 und Korrekturmeldung vom 20.07.2021:
› www.statistik-berlin-brandenburg.de/168-2021

Weitere Daten finden Sie unter › www.statistik-berlin-brandenburg.de/kinder-und-jugendhilfe, im Detail in den Statistischen Berichten Kennziffer K V 10.


07.07.2021
Fachzeitschrift Pflegekinder Heft 1/2021 ist neu erschienen

Titelblatt der Fachzeitschrift "Pflegekinder" 1/2021

Themen zur Vollzeitpflege

  • Das KJSG: zentrale Neuregelungen für Kindertagespflege und Vollzeitpflege
  • Engagement bei der Suche nach neuen Pflegeeltern und Kindertagespflegepersonen der Senatorin Sandra Scheeres
  • Berliner Pflegefamilientag: Coronabedingt auch in diesem Jahr nicht in Präsenz
  • Corona: Und jetzt wird virtuell vorbereitet!
  • Neue Themen-Reihe Häufige Fragen in der Pflegekinderhilfe:
    Gibt es die Elternzeit und das Elterngeld auch für Pflegeeltern?
  • Zwei Themen finden zusammen: Fachtag „Careleaving und Beteiligung in der Pflegekinderhilfe“
  • Kooperationsbeziehungen zwischen Eltern und Pflegeeltern
  • Literaturhinweise
    „Der Elternratgeber zu KISS und KIDD. Von Schreibabys, Entwicklungsauffälligkeiten und Lernschwierigkeiten.“
    „O wie Olivia – Mit Zuversicht und Selbstvertrauen für Kinder mit Lese-Rechtschreibschwäche“
    „Schlaumacherbuch“
  • Download: Fachzeitschrift Pflegekinder 1/2021 als PDF-Dokument

Weitere Ausgaben der Fachzeitschrift Pflegekinder finden Sie im › Servicebereich


25.06.2021
Impfmöglichkeiten für Eltern und Kinder (ab 12 Jahren)

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie informiert in einem Schreiben vom 23.06.2021 über die baldigen Impfmöglichkeiten für Eltern und Kinder (ab 12 Jahren) auch in der Sommerpause. Dies ist aus der Sicht der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie ein wichtiger Schritt zur weiteren Stabilisierung des Betriebs in Kitas und Schulen.

› Schreiben der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie vom 23.06.2021


24.06.2021
Kinderschutz: Jugendämter nahmen 2020 rund 45.400 Kinder in Obhut

Die Jugendämter in Deutschland haben im Jahr 2020 rund 45.400 Kinder und Jugendliche zu ihrem Schutz vorübergehend in Obhut genommen.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, sind im Vergleich zu 2019 die Inobhutnahmen um 8 % oder rund 4.100 Fälle zurückgegangen. Anders als in den beiden Vorjahren war dafür im Corona-Jahr 2020 jedoch nicht allein die sinkende Zahl der Inobhutnahmen nach unbegleiteter Einreise verantwortlich (‑1.100 Fälle). Noch deutlicher war der Rückgang in Fällen von dringender Kindeswohlgefährdung (-2.100 Fälle). Auch die Zahl der Selbstmeldungen von Jungen und Mädchen hat 2020 - im Unterschied zu den beiden Jahren zuvor - abgenommen (-800 Fälle). Inwieweit diese Entwicklungen in Zusammenhang mit den Lockdowns und den Kontaktbeschränkungen infolge der Corona-Pandemie stehen, lässt sich anhand der vorliegenden Ergebnisse nicht beantworten. Fachleute und Studien weisen jedoch darauf hin, dass ein Teil der Kinderschutzfälle Corona-bedingt unentdeckt geblieben und das Dunkelfeld somit gewachsen sein könnte. In die offizielle Statistik fließen nur solche Fälle ein, die den Jugendämtern bekannt gemacht wurden und daher dem sogenannten Hellfeld zuzurechnen sind. 

Zwei Drittel (67 %) der Inobhutnahmen in 2020 erfolgten wegen einer dringenden Kindeswohlgefährdung, 17 % aufgrund einer unbegleiteten Einreise aus dem Ausland und weitere 17 % auf Bitte der betroffenen Minderjährigen.

Ein Drittel (33 %) aller 2020 in Obhut genommenen Jungen und Mädchen war jünger als 12 Jahre, jedes zehnte Kind (11 %) sogar jünger als 3 Jahre.

Während der Inobhutnahme wurde die Mehrheit der betroffenen Kinder und Jugendlichen in einer geeigneten Einrichtung, zum Beispiel einem Heim, untergebracht (80 %). Danach kehrte ein Großteil der Jungen und Mädchen an den bisherigen Lebensmittelpunkt zu den Sorgeberechtigten, der Pflegefamilie oder in das Heim zurück (37 %). Knapp ein Drittel der Jungen und Mädchen bekam dagegen ein neues Zuhause in einer Pflegefamilie, einem Heim oder einer betreuten Wohnform (33 %).

Etwa jede zweite Inobhutnahme wurde nach spätestens zwei Wochen beendet


Die Bedeutung von Überforderung, Misshandlungen und Vernachlässigung nimmt zu.

Trotz des allgemeinen Rückgangs der Zahl der Inobhutnahmen haben im Vergleich zu 2019 fast alle Anlässe anteilig an Bedeutung gewonnen – die einzigen Ausnahmen waren unbegleitete Einreisen sowie Schul- und Ausbildungsprobleme. Besonders deutlich war dies bei den Anlässen Überforderung der Eltern (+2,3 Prozentpunkte), psychische Misshandlungen (+2,1 Prozentpunkte), Vernachlässigungen (+1,7 Prozentpunkte) und körperliche Misshandlungen (+1,0 Prozentpunkt). Dadurch sind körperliche Misshandlungen in der Liste der häufigsten Anlässe für eine Inobhutnahme im Vergleich zu 2019 von Rang 5 auf Rang 4 und psychische Misshandlungen sogar um zwei Ränge von Rang 8 auf Rang 6 vorgerückt. 

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) Nr. 295 vom 24.06.2021
Die vollständige Pressemitteilung sowie weitere Informationen sind im Internet-Angebot des Statistischen Bundesamtes zu finden:
› www.destatis.de


11.06.2021
Reform der Kinder- und Jugendhilfe: Das KJSG ist in Kraft

Am 7. Mai 2021 hat der Bundesrat der vom Bundestag verabschiedeten Reform der Kinder- und Jugendhilfe zugestimmt. Das Gesetz wurde am 9. Juni 2021 im Bundesgesetzblatt verkündet und ist zum Wesentlichen am 10. Juni 2021 in Kraft getreten.

Die Reform soll Minderjährige aus einem belastenden Lebensumfeld, die in Heimen oder Pflegefamilien leben, besser schützen und ihnen mehr Chancen auf Teilhabe geben.

Mehr Kontrolle für Heime

Der Bundestag hat dazu umfassende Änderungen am Achten Buch Sozialgesetzbuch - SGB VIII - beschlossen. So werden Heime und ähnliche Einrichtungen einer strengeren Aufsicht und Kontrolle unterstellt. Kinder in Pflegefamilien verbleiben auf Anordnung des Familiengerichts dauerhaft dort, wenn dies zum Schutz und Wohl des Kindes erforderlich ist.

Kostenbeteiligung sinkt auf 25 Prozent

Junge Menschen in Pflegefamilien und Einrichtungen der Erziehungshilfe, die Einkommen aus Schülerjobs, Praktika oder einer Ausbildung haben, müssen sich künftig nur noch mit 25 Prozent an den Kosten beteiligen - bislang waren es 75 Prozent. Dabei bleibt ein Freibetrag von 150 Euro des Einkommens von der Kostenbeteiligung ausgenommen. Einkommen aus kurzfristigen Ferienjobs und ehrenamtlicher Tätigkeit sind gänzlich freigestellt.

Kooperation und Prävention

Alle beteiligten Stellen, also Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheits- und Strafverfolgungsbehörden sowie die Familien- und Jugendgerichte sollen besser miteinander kooperieren. Ärzte, die sich bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung an das Jugendamt wenden, erhalten beispielsweise eine Rückmeldung über die anschließende Gefährdungseinschätzung. Verbesserungen sind auch für die Prävention vor Ort und die Beteiligung von jungen Menschen, Eltern und Familien vorgesehen.

Unbürokratische Hilfe

In Notsituationen können sich die Betroffenen an eine Erziehungsberatungsstelle in ihrer Umgebung wenden und dort unbürokratisch Hilfe erhalten. In den Ländern soll eine bedarfsgerechte Struktur von unabhängigen Ombudsstellen entstehen. Die Beschwerdemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in Heimen und Pflegefamilien werden erweitert.

Inklusion als Leitgedanke

Die Reform bündelt staatliche Leistungen und Hilfen für Kinder- und Jugendliche mit Behinderungen in den kommenden Jahren im SGB VIII. Prinzipiell soll die Inklusion als Leitgedanke in der Kinder- und Jugendhilfe und die grundsätzlich gemeinsame Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung verankert werden. Ab 2024 wird die Funktion eines Verfahrenslotsen beim Jugendamt eingerichtet, der als Ansprechpartner für Eltern und andere Erziehungsberechtigte fungiert.

Quelle: www.bundesrat.de (Stand 09.06.2021)


15.03.2021
Pflegekinder mit Behinderung – Wie finden Kinder mit besonderen Bedarfen ein gutes Zuhause in einer Pflegefamilie in Berlin?

Online-Dialogforum des Paritätischen Landesverbandes Berlin
am 26. April 2021 von 14:00 bis 17:00 Uhr

Gemeinsam mit Expert*innen aus der Praxis der Jugend- und Behindertenhilfe, Gästen aus Verwaltung, Politik und Verbänden sowie Pflegekinderdiensten aus Berlin wird im Rahmen des Dialogforums per Zoom-Konferenz eine Standortbestimmung vorgenommen. Dabei sollen auch Bedarfe und Praxisbeispiele von Kindern und Eltern beleuchtet sowie die Frage diskutiert werden, wie Kinder mit besonderen Bedarfen, die nicht in ihren Herkunftsfamilien aufwachsen können, ein gutes Zuhause in einer Pflegefamilie finden und über die Volljährigkeit hinaus in ihrer Pflegefamilie verbleiben können.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Weitere Informationen mit einem Link zur Anmeldung:

› www.paritaet-berlin.de


09.02.2021
Fachzeitschrift Pflegekinder Heft 2/2020

Titelblatt der Fachzeitschrift "Pflegekinder" 2/2020

Themen zur Vollzeitpflege

  • 30 Jahre KJHG in der Pflegekinderhilfe und Kindertagespflege
  • Stellungnahmen zum Entwurf des „Kinder- und Jugendstärkungsgesetz – KJSG“
  • Dankeschön-Event „Jetzt gibt es Theater“ für Berliner Pflegefamilien
  • Vorstellung der bezirklichen Pflegekinderhilfe Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin
  • 35 Jahre gesamtstädtische Beratungsstelle Pflegekinderhilfe
  • Die gesamtstädtische Beratungsstelle Vollzeitpflege ist selbstverständlich für Sie da – auch in Corona-Zeiten!
  • Erlebnisbericht einer Pflegefamilie zum ersten Corona-Lockdown
  • Post-Lockdown in der Pflegekinderhilfe oder nach dem Lockdown ist vor dem Lockdown
  • Für geflüchtete Kinder bedeutet das Homeschooling eine besondere Belastung
  • Fortbildungsprogramm für Pflege- und Adoptiveltern 2021
  • Kooperationsbeziehungen zwischen Eltern und Pflegeeltern
  • Empfehlungen des Deutschen Vereins zur Fortschreibung der Pauschalbeträge in der Vollzeitpflege (§§ 33, 39 SGB VIII) für das Jahr 2021
  • Literaturhinweis: Viele Eltern für Mia
  • Download: Fachzeitschrift Pflegekinder 2/2020 als PDF-Dokument

Weitere Ausgaben der Fachzeitschrift Pflegekinder finden Sie im › Servicebereich


16.11.2020
Erzieherische Hilfen erreichen im Jahr 2019 neuen Höchststand

Im Jahr 2019 haben die Träger der Kinder- und Jugendhilfe in Deutschland 1,017 Millionen erzieherische Hilfen für junge Menschen unter 27 Jahren gewährt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, waren dies 13 500 Fälle mehr (+1,3 %) als im Jahr 2018. Damit haben die erzieherischen Hilfen nicht nur das zweite Jahr in Folge die Millionengrenze überschritten, sondern auch einen neuen Höchststand erreicht: Zwischen 2009 und 2019 sind die Fallzahlen der in Anspruch genommenen erzieherischen Hilfen kontinuierlich gestiegen, und zwar um 182 000 Fälle (+22 %).

2019 wurden am häufigsten Erziehungsberatungen in Anspruch genommen (47 %). An zweiter und dritter Stelle standen Heimerziehungen (13 %) und sozialpädagogische Familienhilfen (13 %). Dahinter folgten Vollzeitpflege in Pflegefamilien (9 %) und Hilfen durch Erziehungsbeistände oder Betreuungshelfer (7 %). Gut ein Drittel (35 %) aller erzieherischen Hilfen wurden von den Jugendämtern und knapp zwei Drittel (65 %) von Kirchen, Wohlfahrtsverbänden und anderen Trägern der freien Jugendhilfe durchgeführt. In 72 % der Fälle richtete sich die Hilfe an Minderjährige, in 16 % an gesamte Familien und in weiteren 12 % an junge Erwachsene.

Quelle: › DESTATIS | Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 456 vom 16. November 2020


22.09.2020
Dankeschön-Event für Berliner Pflegefamilien

Online-Theater mit dem Atze Musiktheater

Leider kann der Pflegefamilientag Corona-bedingt in diesem Jahr nicht stattfinden. Dafür gibt es großartigen Ersatz und etwas ganz Besonderes:

DANKESCHÖN-EVENT ZUHAUSE!

Sonntag, 27. September 2020 von 11:00 bis 14:30 Uhr

Das „Atze Musiktheater“ wird zwei phantastische Theaterstücke extra für Berliner Pflegefamilien aufführen und per Stream übertragen. Zwischen den Theaterstücken wird es einen Live-Chat geben, in dem der Theaterleiter Fragen zu den Theaterstücken und auch zum Atze-Musiktheater beantwortet.

Weitere Informationen unter: › www.pflegefamilientag-berlin.de

Die Theaterstücke werden bis zum 18. Oktober 2020 über die Webseite zu sehen sein.


17.09.2020
Jugendämter nahmen 2019 rund 49.500 Kinder zu ihrem Schutz in Obhut

Die Jugendämter in Deutschland führten im Jahr 2019 rund 49.500 vorläufige Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen, sogenannte Inobhutnahmen, durch. Das waren knapp 3.100 Fälle und somit 6 % weniger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) zum Weltkindertag am 20. September mitteilt. Hintergrund dieser Entwicklung ist ein erneuter Rückgang von Schutzmaßnahmen nach unbegleiteter Einreise aus dem Ausland: Deren Zahl sank im Vergleich zum Vorjahr um 29 % auf gut 8.600 Inobhutnahmen.

Währenddessen stieg die Zahl der Schutzmaßnahmen aus anderen Gründen um 1 % auf rund 40.900 Fälle an. Langfristig setzt sich damit ein weiterer Trend fort: In den letzten zehn Jahren sind die Inobhutnahmen aus anderen Gründen mit leichten Schwankungen um 30 % angestiegen – von rund 31.500 Fällen im Jahr 2009.

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) Nr. 363 vom 17.09.2020

Die vollständige Pressemitteilung mit weiteren Informationen ist unter › www.destatis.de zu finden.


27.08.2020
Jugendämter melden erneut 10 % mehr Kindeswohlgefährdungen. Jedes zweite betroffene Kind war jünger als 8 Jahre

Die Jugendämter in Deutschland haben im Jahr 2019 bei rund 55.500 Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung festgestellt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) waren das 10 % oder rund 5.100 Fälle mehr als 2018. Die Zahl der Kindeswohlgefährdungen ist damit das zweite Jahr in Folge um 10 % auf einen neuen Höchststand angestiegen. Ein Grund für den Anstieg könnte die umfangreiche Berichterstattung über Missbrauchsfälle in den vergangenen beiden Jahren sein, die zu einer weiteren generellen Sensibilisierung der Öffentlichkeit sowie der Behörden geführt haben dürfte.
Gleichzeitig können auch die tatsächlichen Fallzahlen gestiegen sein.

Bundesweit hatten die Jugendämter 2019 über 173.000 Verdachtsfälle im Rahmen einer Gefährdungseinschätzung geprüft, das waren rund 15.800 mehr als im Vorjahr.

Quelle: Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes (DESTATIS) Nr. 328 vom 27.08.2020
› www.destatis.de


27.08.2020
Corona-Kindergeldzuschlag

Pflegeeltern, die kindergeldberechtigt sind, erhalten auch zur finanziellen Unterstützung in der Corona-Pandemie den Kinderbonus. Der Kinderbonus wird für alle Kinder, für die im September 2020 Anspruch auf Kindergeld besteht, in zwei Raten ausgezahlt. Die Auszahlung erfolgt im September 2020 in Höhe von 200 Euro und im Oktober 2020 in Höhe von 100 Euro. (Quelle: www.bmfsfj.de).

Der Kinderbonus wird nicht zusammen mit dem Kindergeld ausgezahlt, sondern als eigene Zahlung (Quelle: www.arbeitsagentur.de).

Pflegeeltern, die kindergeldberechtigt sind, sollten prüfen, ob ihnen der Bonus gezahlt wird. Falls dies nicht der Fall ist, sollten sie bei der Familienkasse nachfragen.


Ältere Meldungen finden Sie im ›Archiv

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Di., 24.08.2021, 18:30 Uhr

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